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Als der Computer hysterisch wurde erschoß sich der Atomphysiker/die Atomphysikerin, da für einen solchen Fall keine Lösung in seinen/ihren Genen programmiert war.

 

 

 

Literaturliste

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Diese Literaturliste zeigt die Texte die im AK-ANNA in Lutter, Hannover und Berlin diskutiert oder andiskutiert wurden. Die Kommentierung ist eine individuelle Meinung - andere werden dies anders sehen, sie gibt aber auch Hinweise auf Inhalt und Art der Texte. Die Liste kann auch sehr gut als Einstieg in die feministische Naturwissenschaftskritik verwandt werden, soweit es um die Kritik der erkenntnistheoretischen Ansätze in den Naturwissenschaften geht. Zwar gibt es auch in diesem Bereich weitere Texte, die meisten können aber erschlossen werden, durch das Weiterhangeln an Hand der Quellenverweise, die wiederum in den hiergenannten Texten zu finden sind. Dies gilt aber leider nur für den deutschen und englischen Sprachraum. Texte aus Frankreich und anderen Ländern, obwohl auch dort Interessantes passiert, sind so gut wie gar nicht übersetzt zu bekommen. Auch dies ist eine Form kulturellen Imperialismusses und eine Zensurpraxis. Verweisen will ich hier deshalb speziell auf einen Text von Jeanne Peiffer 'Nature - elle - ment einige Ansätze feministischer Kritik der Naturwissenschaften in Frankreich' (in: Orland, Barbara/Scheich, Elvira [Hg.] - Das Geschlecht der Natur - Frankfurt a.M. 1995). Außerdem hier noch einmal vorab der Hinweis auf die feministische Zeitschrift Koryphäe - Zeitschrift für Frauen in zu Naturwissenschaft und Technik und auf die Schriftenreihe von NUT - Verband von Frauen in Naturwissenschaft und Technik. Und für Alle mit guten Englischkentnissen der Hinweis auf die Zeitschrift Social Studies of Science. Wir haben an verschiedenen Stellen Texte aus diesen Zusammenhängen diskutiert, die hier nicht alle aufgeführt sind.

Soweit uns bekannt, haben wir die Texte, falls sie im Netz verfügbar waren, verlinkt.

 

Aus dem gesamten Bereich feministischer und allgemeiner Naturwissenschaftskritik gibt es inzwischen eine unüberschaubare Menge an Texten, zur Frage nach Alternativen leider aber außer esoterischem Müll und Texten deutschtümelnder Ingenieure so gut wie nichts. Die Wissenschaftssoziologin Susan Leigh Star bezeichnet die Naturwissenschaft als die Religion unserer Zeit, dies mag eklären wieso es vielen so schwer erscheint sich Alternativen auch nur vorzustellen.
Einige interessante Texte zu Alternativen findet Ihr auf unseren Seiten. Alle Texte, die aus dem Arbeitszusammenhang des AK-ANNA heraus entstanden sind, findet Ihr auf der Seite - http://ak-anna.org/texte.htm - als PDF und HTML Versionen - insgesamt ca. 500 Seiten Texte zu Themen der Naturwissenschaftskritik aber eben auch zur Frage nach Alternativen -.

Zum Schluß dieser Einleitung noch eine Anmerkung. Unter den Literaturhinweisen auf dieser Seite findet sich relativ wenig aus ökofeministischer Richtung. Das hängt damit zusammen das diese Seite aus einem anarchistischen Selbstverständnis, aus der Erfahrung von Gewaltverhältnissen und dem Widerstand dagegen heraus formuliert wurde. Gewalt, die sich in vielen Fällen gerade als Disziplinartechnik durch Menschen, die sich Zugriffsbefugnisse anmaßen (Familie/Medizin, ..), unter dem Vorwand, "Es ist doch nur zu Deinem Besten!", ausgeübt wird. Als Beispiele läßt sich hier auf die Gewalt gegen Intersexuelle (Die operativen 'normalisierenden' Eingriffe bei intersexuellen Kleinkindern), auf Gewalt gegen Opfer sexueller Gewalt (Z.B. wenn sie auf Grund der Gewalterfahrung eine abweichende Sexualität entwickelt haben, heterosexuell nicht mehr funktionieren, und zur Widerherstellung der sexuellen 'Normalität' psychphatologisiert werden) oder auf Sozialisationsgewalt gegen 'weibliche' und 'männliche' Kinder verweisen. All diesen Gewaltverhältnissen ist gemeinsam, daß sie durch eine Norm des 'richtigen', 'heilen', 'guten', sei es des 'gesunden' und 'natürlichen' heterosexuellen Leibes, einer 'heilen' Sexualität oder des 'richtigen' geschlechtlichen Verhaltens, oder durch die Zuweisung eines Geschlechts als 'Frau' oder 'Mann' legitimiert werden.
Jede Theorie und Praxis, die absolute Normen des 'richtigen', 'heilen' und 'gesunden' oder des 'natürlichen' behauptet, beinhaltet derartige gewalttätige machtförmige totalitäre Ausschlußpraxen. Dies gilt für die Naturwissenschaft als religiöse Praxis, dies gilt leider auch für große Teile des Ökofeminismus. Obwohl Ökofeministinnen wie Vandana Shiva oder Maria Mies glaubwürdig in Basisbewegungen für eine alternative Wissenspraxis arbeiten, sind die damit einhergehenden sexuellen und geschlechtlichen Normsetzungen inakzeptabel. Z.B. die ökofeministische Festsetzung, daß 'Frauen', wenn sie denn nur im richtigen Ambiente des ökofeministischen Utopia leben, 'glückliche' Mütter zu sein haben.



Und nun die Literaturhinweise im Detail - Texte zu den Themen


- Naturwissenschafts- und Technologiekritik Allgemein, Alternativen


- Kritik der Physik und Meteorologie, Alternativen


- Kritik der Nanotechnologie


- Kritik der Biologie und Genetik, Alternativen


- Kritik der Chemie


- Kritik der Mathematik, Mathematiken anderer Kulturen


- Kritik der Informatik, Computertechnik und Systemtheorie


- Kritik der Medizin, Medizin anderer Kulturen


- Philosophische Texte


- Anderes





- Naturwissenschafts- und Technologiekritik Allgemein, Alternativen


Anderson, Warwick (home) - Postcolonial Technoscience - in: Social Studies of Science - Vol. 32 Nos 5-6 - London 2002 - Internetpublikation - (Text - http://sts.nthu.edu.tw/~tsts/W-paper/Poco_Techno_Final_ms%5B1%5DWarwick.htm)

In dieser Einleitung der Ausgabe von Social Studies of Science zum Thema Postcolonioal Technoscience führt der Autor aus, was unter einem Ansatz postkolonialer Kritik von Naturwissenschaft und Technik verstanden werden könnte.


Barad, Karen (home) - Re(con)figuring Space, Time, and Matter - in: De Koven, Marianne [Ed.] - Feminist Locations - Seite 75-109 - New Brunswick 2001

In diesem Artikel versucht Karen Barad ihren Ansatz des Agential Realism, den sie für die Physik entwickelt hat, auf gesellschaftliche Fragen zu übertragen.
Agential Realism setzt als Grundaussage, daß nur die Gesamtheit von Experiment und Realität eine objektive Aussage produziert, die Aussage also unabhängig von den konkreten empirischen Techniken ihre Bedeutung verliert. Durch das Festhalten an einer objektiven Aussage werden aber alle ideologischen Machtwirkungen letztendlich ausgeblendet, die Produktionsbedingungen, die Interessen, die Intentionen, die zur Produktion einer bestimmten Wahrheit führen, sind nicht mehr thematisierbar. Das heißt der ideologische Gehalt jedweder Aussage auch in den Naturwissenschaften wird abgestritten. Übertragen auf die Analyse gesellschaftlicher Prozesse führt dies zu einer Analyse die grundlegende Alternativen, die von abweichenden ideologischen Setzungen ausgehen nicht mehr denken kann. Die Analyse, obwohl auf die Einzelsituation zugeschnitten, bleibt herrschaftsaffirmativ.


Campbell, Kirsten (home) - The Promise of Feminist Reflexivities: Developing Donna Haraway's Project for Feminist Science Studies - in: Hypatia - Vol. 19 No. 1 - 2004

Die Autorin analysiert den Unterschied des epistemologischen Ansatzes von Donna Haraway in Abgrenzung zum Konstruktivismus der Science Studies. Sie arbeitet dabei interessant heraus, welche Vorzüge der Ansatz Donna Haraways für die feministische Wissenschaft hat. Darüber hinaus weist sie aber auch auf Auslassungen Haraways hin. Die Schlußfolgerungen am Ende des Textes fallen leider hinter dem Gesamtniveau des Textes zurück. Letztendlich rekurriert sie in diesem Teil auf den demokratischen Diskurs humanistischer Subjekt als Ausgangspunkt der Aufstellung eines Regelwerkes für feministische Wissenschaft.


Haraway, Donna (home) - Anspruchsloser Zeuge@ Zweites Jahrtausend. FrauMannc trifft OncoMouseTM - in: Scheich, Elvira [Hg.] - Vermittelte Weiblichkeit: Feministische Wissenschafts- und Gesellschaftstheorie - Hamburg 1996

 

Haraway, Donna (home) - Ein Manifest für Cyborgs - in: Haraway, Donna - Die Neuerfindung der Natur: Körper, Text, Metapher - Frankfurt a.M. 1995 - Internetpublikation - (Text - http://www.stanford.edu/dept/HPS/Haraway/CyborgManifesto.html bzw. dt. Text - http://www.hermeneia.ch/cyborgmanifesto.pdf)

Die beiden Texte von Donna Haraway geben ausgehend von einer fundierten Kritik an den herrschenden erkenntnistheoretischen Vorstellungen in den Naturwissenschaften ihren Ansatz wieder in der Cyborgisierung der Gesellschaft eine Hoffnung auf die Unterminierung des männlich humanistischen Subjekts zu sehen. Letztendlich basiert ihr Ansatz darauf, daß sie hofft, daß in den naturwissenschaftlichen Produktivkräften sich ein Überschuß entwickelt, der dazu genutzt werden kann, die gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse zum Einsturz zu bringen - also auf der klassisch marxistischen Revolutionshoffnung. Die Texte sind interessant aber nicht einfach zu lesen.
Das Manifest für Cyborgs ist im Vergleich zu radikaleren Ansätzen der Kritik des humanistischen identitätslogischen Projektes aus den 60er und 70er Jahren ein sehr biederer und konservativ simplifizierender Ansatz. Donna Haraway ignoriert nicht nur diese frühe radikale Kritik am humanistischen Projekt, z.B. die frühen Texte von Julia Kristeva (- "Semiologie - kritische Wissenschaft und/oder Wissenschaftskritik" -), Luce Irigaray (- "Das Geschlecht, das nicht eins ist" -) und Jean Baudrillard (- "Der symbolische Tausch und der Tod" -) - siehe unter dem Punkt - Philosophische Texte - in dieser Literaturliste -, sie kann auch nur durch diese Ausblendung ihren eigenen Ansatz als innovativ verkaufen. Die frühe Kritik hatte sehr klar eine Außerkraftsetzung der identitätslogischen Praxis gefordert im Sinne einer permanente kritischen Infragestellung in der eigenen Textpraxis. Haraway hingegen geht es gerade klassisch marxistisch um die Rettung dieser Identitätslogik, in dem sie sie als Cyborgselbst multibel reproduzieren will. Statt eines kritischen Rückbezuges der Logik auf sich selbst und einer permanenten revolutionären Praxis kommt es so zur Rettung des reaktionären identitätslogischen Projektes. Die Cyborg definiert sich multibel über viele kleine Identitätslogiken, die Revolution findet nicht mehr statt. Der Erfolg des Manifestes für Cyborgs in den 90er Jahren ist als Teil einer reaktionären erkentnistheoretischen Wende auch innerhalb der Linken zu begreifen. Eine Wende, die aber nicht Haraway anzulasten ist, sind doch zumindest ein Teil der AutorInnen der 60er und 70er noch viel reaktionärer geworden. So haben sowohl Julia Kristeva wie Luce Irigaray entgegen ihrer eigenen frühen Erkenntnis selbst in den 80er Jahren wieder das altbackene identitätslogische Konzept stark gemacht und damit dazu beigetragenen ihre eigenen wichtigsten Arbeiten dem Vergessen preiszugeben.
Für mich ergibt sich noch ein weiteres Problem. Ich würde den Begriff der Maschine gerade dadurch definieren, das die Maschine ein materielles Artefakt ist, das sich regelhaft verhält. Die moderne Naturwissenschaft reduziert in diesem Sinn Natur auf ihren maschinisierbaren Anteil. Naturwissenschaft beschreibt die Randbedingungen unter denen sich Dinge regelhaft verhalten und schafft damit die Vorraussetzung für ihren maschinellen Nachbau. Dies macht gerade den Erfolg des reduktionistischen Ansatzes aus. Eine Maschine, die sich nicht regelhaft verhält (z.B. ein explodierender Dampfkessel) hört auf eine Maschine zu sein und läßt genau die Unmöglichkeit Natur auf Regelhaftigkeit einzuschränken zu Tage treten. Ausgehend von dieser Definition ist die Maschine immer herrschaftsaffirmativ (regelbefolgend) und hat als Maschine kein subversives Potential. Das subversive Potential liegt hier vielmehr darin, daß keine Maschine nur Maschine ist, denn da sie materiell ist hat sie immer einen Anteil der ihre Funktionsweise in Frage stellt (und sei es so etwas triviales wie Materialermüdung - wobei schon die Rede von "Ermüdung" hier auf den nichtmaschinellen Anteil dieses Prozesses verweist -). Ich befürchte, daß der positive Bezug von Haraway auf Maschinenhaftigkeit und ihr Versuch der Begriffsverschiebung eher zur Verschleierung von Herrschaftsverhältnissen und ihrer ästhetisierten Aufwertung führt.
Von Donna Haraway gibt es sehr viel bessere und weitergehende Texte, die dann aber primär der Kritik der bestehenden Verhältnisse gelten. Einige davon sind in dieser Liste aufgeführt.
Weitere Texte und Infos zu Donna Haraway findet Ihr unter: - http://www.asahi-net.or.jp/~rf6t-tyfk/haraway.html -.


Haraway, Donna (home) - Situiertes Wissen - in: Scheich, Elvira [Hg.] - Vermittelte Weiblichkeit: Feministische Wissenschafts- und Gesellschaftstheorie - Hamburg 1996

In diesem Text stellt Donna Haraway in gut verständlicher Form die Grundlagen ihres naturwissenschaftskritischen erkenntnistheoretischen Ansatzes der Einforderung situierter Wissenspraxen dar. Bezugspunkt ist für sie dabei die Kritik anderer feministischer naturwissenschaftskritischer erkenntnistheoretischer Ansätze und der Sozialkonstruktivismus.
Als zentrales Problem ergibt sich an diesem Text, daß die sehr viel radikaleren und theoretisch fundierteren festlandseuropäischen Ansätze zur feministischen Wissenschaftskritik aus den 60er und 70er Jahren (z.B. - Julia Kristeva - und - Luce Irigaray - siehe unter dem Punkt - Philosophische Texte - in dieser Literaturliste) weitestgehend Außen vor bleiben und damit auch dieser Text hinter einem schon einmal ereichten erkenntnistheoretischen Stand zurückbleibt. Dies ist aber das Problem vieler moderner auch europäischer TheoretikerInnen, die durch ihren alleinigen Bezug auf dem angloamerikanischen Wissenschaftsraum, schon Gewußtes wieder in Vergessenheit geraten lassen und dadurch einer reaktionären epistemologischen Wende ungewollt zuarbeiten.
Weitere Texte und Infos zu Donna Haraway findet Ihr unter: - http://www.asahi-net.or.jp/~rf6t-tyfk/haraway.html -.


Harding, Sandra (home & info) - Das Geschlecht des Wissens - Pfaffenweiler 1994

Harding formuliert aus soziologischer Sicht sehr fundiert eine grundlegende Kritik der geschlechtlich männlichen Vorurteilsstrukturen der Wissenschaften. Besonders interessant ist ihr daraus resultierender Ansatz für eine alternative Wissenschaftspraxis die sie als "Strenge Objektivität" bzw. sozial verortete Erkenntnis beschreibt. Sie fordert ein (Natur)Wissenschaftspraxis, die auf ihre gesellschaftliche Eingebundenheit und die Bedingungen ihrer Wissensproduktion reflektiert. Und in diesem Sinn objektiver als die bestehende Wissenschaft ist, da sich diese Wissenschaft ihrer Subjektivität bewußt wäre, und die subjektiven Setzungen (z.B. die geschlechtlichen) so auch bewußt immer wieder hinterfragen könnte.


Harding, Sandra (home & info) - A Socially Relevant Philosophy of Science? Recources from Standpoint Theory's Cotroversiality - in: Hypatia - Vol. 19 No. 1

Ein guter Überblick über das aktuelle Selbstverständnis der feministischen Standpunkttheorie und ihre Verortung im Verhältnis zu anderen epistemologischen Ansätzen. Die Autorin Sandra Harding ist selbst eine der führenden Vertreterinnen dieses Theorieansatzes.
Auch hier ergibt sich aber, wie bei anderen akademischen Theorieansätzen aus dem angloamerikanischen Raum m. E. das Problem, daß nur wenig berücksichtigt wird, daß Naturwissenschaft und Technologie auch immer Politik mit anderen Mitteln sind (nicht darauf zu reduzieren, aber auch Politik) und dies gilt auch für die epistemologischen Grundlagen. Naturwissenschaft und Technologie sind auch immer Instrumente der Ideologieproduktion und der Materialisierung von Ideologie im technischen Artefakt und in Theorien. Die Interessengegensätze in der Gesellschaft sind deshalb auf allen Ebenen in die Naturwissenschaft und Technologie eingeschrieben.
Der Glaube Sandra Hardings, das diese Interessengegensätze durch die Demokratisierung der Auseinandersetzung und die stärkere Gewichtung des Standpunktes unterdrückter Gruppen aufgehoben werden könnten halte ich für falsch. Der Standpunkt unterdrückter Gruppen, ist kein objektiv besserer sondern ein substantiell vom Standpunkt der Herrschenden abweichender. Es gibt substantiell unterschiedliche Interessen in dieser Gesellschaft, Naturwissenschaft und Technologie sind Teil der Mittel mit denen die unterschiedlichen Gruppen in dieser Gesellschaft ihre kulturelle Hegemonie (im Sinne Gramscis) zu sichern versuchen oder sie zu erlangen versuchen.
Die feministische Wissenschaft ist in diesem Sinn ein Versuch Einfluß auf die kulturelle Hegemonie zu gewinnen. Das ist aus anarchistischer Sicht soweit es sich um einen Kampf gegen Herrschaft handelt sicher zu unterstützen, den Interessen der konservativeren Teile der herrschenden Kräfte, z.B. der katholischen Nomenklatura, steht dies aber sicher genauso objektiv entgegen. Aus der Sicht dieser Interessen wird jede feministische Wissenschaftspraxis immer eine schlechte Wissenschaftspraxis bleiben.

 

Heymann, Dagmar - Feministische Naturwissenschaftskritik bei Evelyn Fox Keller - in: Verein feministische Wissenschaft (Schweiz) [Hg.] - Im Widerstreit mit der Objektivität - Zürich 1991

Der Text ist eine kurze Einführung in die Theorien Evelyn Fox Kellers. Dagmar Heymann arbeitet bei NUT e.V. (Frauen in Naturwissenschaft und Technik) - http://www.nut.de/ - in der AG Schriftenreihe mit.

 

Jansen, Sarah (home) - Magie und Technik - in: beiträge zur feministischen theorie und praxis - Köln 1984

Der Text überlegt ausgehend von magischen Praxen die Idee einer alternativen Praxis in den Naturwissenschaften.

 

Keller, Evelyn Fox (home) - Liebe Macht und Erkenntnis - München 1986

Das Buch von Evelyn Fox Keller ist eine Sammlung grundlegender Essays zur Kritik der naturwissenschaftlichen Erkenntnispraxen einschließlich des Hinweises auf alternative Möglichkeiten. Sie arbeitet sowohl mit historischen, wie aktuellen Verweisen und bezieht die psychoanalytische Objektbeziehungstheorie in ihren Kritikansatz bzgl. der Subjektkonstitution des männlichen Naturwissenschaftlers in der Wissenschaft mit ein. Die Texte sind Grundlage vieler weiterer Kritiken und nach wie vor eine wichtige Grundlage feministischer Naturwissenschaftskritik. In neueren Texte fällt Evelyn Fox Keller leider hinter dieses Kritikniveau zurück und argumentiert sehr affirmativ.

 

Kerr, E. Anne (home) - Toward a Feminist Natural Science: Linking Theory and Practice - in: Women's Studies International Forum - Vol 21, No. 1 - 1998

Ausgehend von den unterschiedlichen Ansätzen zur Formulierung einer feministischen Epistemologie (Haraway/Harding/Longino/Nelson) entwickelt die Autorin konkrete Vorstellung zur Umsetzung der feministischen Ansätze in der naturwissenschaftlichen Forschungspraxis.


Kurz, Robert (info) - Die Reduktion des Menschen - in: Folha de S.Paulo (Original portugisisch: O homem reduzido) - Brasilien, Sao Paulo 3.10.1999 - Internetpublikation 2001 - (Text - http://ak-anna.org/reduktionismus_naturwissenschaft.pdf)

Eine Kritik des naturwissenschaftlich-ökonomischen Reduktionismus. Kurz kommt interessanterweise von der Seite der Kapitalismuskritik zu sehr ähnlichen Schlußfolgerungen wie Teile der feministischen Naturwissenschaftskritik.
Viele weitere Texte von Robert Kurz zur allgemeinen Kapitalismuskritik findet Ihr auf der Seite der Zeitschrift Exit - http://www.exit-online.org/text.php?tabelle=aktuelles -.


Latour, Bruno (info) - Where are the Missing Masses? Sociology of a Door - ursprünglich publiziert in: Social Problems (special issue on sociology of science, edited by Susan Leigh Star) - Vol. 35, Seite 298-310 - Milwauky 1998 - unter dem Titel "Mixing Humans with Non-Humans: Sociology of a Door-Closer" - Internetpublikation (1992) - (Text - http://www.ensmp.fr/~latour/articles/article/050.html)

Überliest mensch die schalen Altmännerwitze ergibt sich aus dem Text eine interessante neue Perspektive auf Technologie. Bruno Latour, der als einer der wichtigsten Wissenschaftstheoretiker der 2ten Hälfte des 20ten Jahrhunderts gilt, stellt hier am Beispiel der Funktionsbeschreibung einer Tür und eines automatischen Schließmechanismusses eine theoretischen Ansatz dar, technologische Artefakte als soziale Aktanden, also in einer Art Subjektposition, zu denken. Der Türöffner wird so zu einem politisch und sozial handelnden Ding. Interessant ist dabei auch die Darstellung der Bedeutung alltäglicher Technologien für die Strukturierung unseres Alltages. Kritisch gelesen ergeben sich damit neue Möglichkeiten die politische und soziale Bedeutung von Technologie zu begreifen.
Als Problem wird aber in diesem Text Latours auch deutlich, daß Herrschaftsverhältnisse durch den Blick auf den einzelnen Türöffner weitestgehend ausgeblendet bleiben und so gerade ein solcher detailverliebter Blick auch zur Entpolitisierung instrumentalisiert werden kann. Eine herrschaftsaffirmative ideologische Praxis, die in der Ästhetisierung von technologischen Dingen unter Rekurs auf Latour - z.B. im Umfeld der Ars Electronica - auch benutzt wird.
Die Sichtweise auf die Dinge, die diese als (politische) Aktanden begreift, läßt zwar ihre Bedeutung für die Strukturierung des Alltags und damit ihre politische Bedeutung in den Blick treten, gleichzeitig wendet aber dieser Blick den Begriff der Intentionalität strukturkonservativ. Die Sichtweise auf die Dinge als intentional 'Handelnde' läßt die Intentionen derjenigen, die diese Dinge produzieren lassen, im Objekt, modern formuliert in der Sachzwanglogik, verschwinden. Denn die, die die Dinge produzieren lassen, materialisieren in ihnen ihre Intention und bringen diese zur Wirkung bringen. Und dies heißt meist die Materialisierung der Reproduktion der bestehenden Herrschaftsverhältnisse durch die Dinge. Z.B. sind die Produktionsabläufe in einer Fabrik nicht anders und selbstbestimmter zu strukturieren ohne einen grundsätzlichen Umbau der materiellen Maschinen, denn die Maschinen determinieren heute wesentlich den Produktionsablauf.
Die Sichtweise Latours liegt damit in höchst fragwürdiger Nähe zu modernen Taktiken der Verschleierung intentionaler Herrschaft und von Herrschaftsverhältnissen hinter einer technischen Rationalität, die bei Latour nun nur selbst in den Subjektstatus erhoben wird. Diese Betonung der Eigenständigkeit der Dinge macht zwar deutlich, daß Herrschaft nie perfekt ist und auch in ihrer Materialisierung im technischen Artefakt Widersprüche produziert, die Ausblendung von Herrschaft, der im Artefakt materialisierten Herrschaftsverhältnisse, ist dafür aber ein zu hoher Preis.
Weitere texte von Bruno Latour sind zu finden unter: - http://www.ensmp.fr/~latour/articles/index.html


Longino, Helen (info) - Natur anders sehen: Zur Bedeutung der Geschlechterdifferenz - in: Scheich, Elvira [Hg.] - Vermittelte Weiblichkeit: Feministische Wissenschafts- und Gesellschaftstheorie - Hamburg 1996

Helen Longino formuliert in diesem Artikel 6 vorläufige Kriterien für eine feministische Naturwissenschaft.


Longino, Helen (info) - Multiplying Subjekts and the Diffusion of Power - The Journal of Pilosophy - Vol. 88 No. 1 - 1991

Eine Diskussion der feministisch wissenschaftskritischen Ansätze von Donna Haraway, Sandra Harding und Evelyn Fox Keller. Die Ansätze werden zum Teil so sehr verkürzt, daß die von Hellen Longino an Hand dieser Verkürzungen formulierte Kritik fragwürdig wird. Als Lösung fordert die Autorin einen offenen Diskurs in einem Wissenschaftssystem in dem unterschiedliche Ansätze zugelassen sind. Ihr Begreifen von Wissenschaft als semantischer Praxis bietet aber interessante Möglichkeiten. Nur ist hier zu bemerken, daß Julia Kristeva mit ihren frühen Texten zur Semiotik hier bereis in den späten 60er Jahren wesentlich fundiertere und radikalere Schlußfolgerungen dargestellt hat (siehe hier unter den Literaturhinweisen unter dem Punkt Philosophische Texte - Kristeva, Julia -).


Maurer, Margarete (info) - Zum patriarchalen Charakter der Naturwissenschaften und den Möglichkeiten feministischer Alternativen - in: Wächter, Christine / Konecny, Felicitas / Kapl, Gudrun - Frauen in Naturwissenschaft und Technik - Wien 1993

Allgemeine Einführung in die feministische Naturwissenschaftskritik mit Beispielen aus der Biologie.


Merchant, Carolyn (home) - Der Tod der Natur - München 1987

Das Buch von Carolyn Merchant ist ein sehr gut verständliches und sehr fundiertes Buch über die historischen Entwicklungen und Zusammenhänge von Naturwissenschaft, Technik, Geschlechterverhältnis, Kapitalismus und Herrschaft.

 

Orland, Barbara (home) / Rösler, Mechthild - Ansätze feministischer Naturwissenschaftskritik im Überblick - in: Orland, Barbara/Scheich, Elvira [Hg.] - Das Geschlecht der Natur - Frankfurt a.M. 1995

Der Text gibt einen leicht zugänglichen guten Überblick über aktuelle Ansätze in der Naturwissenschaftskritik.

 

Palm, Kerstin (info) - Was ist feministische Naturwissenschaftsforschung - Internetpublikation 2003 - (Text - http://www2.rz.hu-berlin.de/ffz/pdf-files/palm.pdf)

Eine gut verständliche Einführung ins Thema mit einem ausführlichen Anhang mit Literaturhinweisen.

 

Rübsamen, Rosemarie (info) - Patriarchat der (un)heimliche Inhalt der Naturwissenschaft und Technik - in : Pusch, L.F. [Hg.] - Inspektion der Herrenkultur - Ort unklar 1983

Ein kurzer Text zum Zusammenhang von Patriarchat, Militarismus und Naturwissenschaft und Technologie.

 

Scheich, Elvira (home) - Naturbeherrschung und Weiblichkeit - Frankfurt 1989 - Dissertation

In ihrer Dissertation führt die feministische Physikerin und Philosophin aus, wie die Organisation von Reproduktions- und Produktionsarbeit entlang der Geschlechterdifferenz in die Naturwissenschaften und auch in die aktuellen systemtheoretischen Modelle einfließt. Außerdem weist sie auf der Basis der Theorien Alfred Sohn Rethels einen Zusammenhang zwischen kapitalistischer und naturwissenschaftlich-mathematischer Logik auf. Der Text ist nicht einfach zugänglich, aber, da auf sehr hohem theoretischen Niveau, auch sehr lohnend.

 

Scheich, Elvira (home) - Die zwei Geschlechter in der Naturwissenschaft: Ideologie, Objektivität, Verhältnis - in: Wächter, Christine / Konecny, Felicitas / Kapl, Gudrun - Frauen in Naturwissenschaft und Technik - Wien 1993

Ausgehend von der Kritik sexistischer Stereotype in der Biologie ,die aktiv mit männlich und passiv mit weiblich gleichsetzen, diskutiert Elvira Scheich den naturwissenschaftskritischen Ansatz von Donna Haraway im Gegensatz zu ökofeministischen Ansätzen. Beide Ansätze werden dabei aber nur sehr oberflächlich dargestellt. Der Text ist nur als erster Einstieg sinnvoll.

 

Seline, Helaine (home) [Ed.] - Encyklopaedia of the History of Science, Technology, and Medicine in Non-Western Cultures - Dordrecht 1997

Eine Enzyklopädie nichtwestlicher Wissenschaft in einigen Hundert Kurzartikeln. Die Artikel sind reine Sachartikel, die ihre eigene Konstruktion nicht selbst reflektieren.


Star, Susan Leigh (home) - Power, technologies and the phenomenology of conventions: on being allergic to onions - in: John Law [Hg.] - A Sociology of Monsters - London 1991

Am Beispiel ihrer eigenen Allergie gegen Zwiebeln führt Susan Leigh Star die Ein- und Ausschlüsse und die Identitätsproduktion durch Klassifikationen und die industrielle Alltagswelt aus (Z.B. daß Problem bei McDonalds eine zwiebelfreien Hamburger zu bekommen). Der Text bezieht sich auf Haraway und wurde von dieser auch wieder im Text 'Anspruchsloser Zeuge@ Zweites Jahrtausend. FrauMannc trifft OncoMouseTM' aufgegriffen.
Ein Problem dieses Textes ist, daß er setzt, das es wünschenswert wäre von Normen eingeschlossen zu werden, also z.B. als Vegetarier bei McDonalds vegetarische Speisen angeboten zu bekommen. Ich würde dem entgegensetzen, daß jeder solche Einschluß in Normen immer auch eine Gewalt gegen die so Eingeschlossenen bedeutet, also z.B. einen Einfluß McDonalds darauf, was als "vegetarisch" definiert wird. Ausschlüsse können gerade Freiheit bedeuten.

 

Star, Susan Leigh (home) - Scientific Work and Unmcertainity - in: Social Studies of science - Vol. 15 - London 1985

Im Text wird ausgeführt mit welchen materiellen und diskursiven Technologien in der wissenschaftlichen Praxis Eindeutigkeit produziert wird, eine Eindeutigkeit der Aussage, die sich im Regelfall nicht aus der Untersuchung direkt ergibt.


Wajcman, Judy (home) - Feminist Theories of Technology - in: Jasanoff, Sheila/Markle, Gerald E./Petersen, James C./Pinch, Trevor [Hg.] - Handbook of Science and Technology Studies - Thousand Oaks 1995

Judy Wajcman gibt in diesem Artikel einen Überblick über die feministischen Ansätze zur Technikkritik.
Teile der hier gemachten Aussagen finden sich auch in der Internetpublikation - Delivered Into Men's Hands? The Social Construction Of Reproductive Technology - wieder.

 

Woesler de Panafieu, Christine - Feministische Kritik am wissenschaftlichen Androzentrismus - in: Ursula Beer [Hg.] - Klasse Geschlecht - Bielefeld 1989

Der Text gibt einen Überblick über die unterschiedlichen feministischen Kritikansätze bezogen auf die Wissenschaften auf hohem theoretischen Niveau.

Texte des AK-ANNA zum Thema


Literaturliste Übersicht




- Kritik der Physik und Meteorologie, Alternativen


Barad, Karen (home) - Meeting the Universe Halfway: Realism and Social Constructivism Without Contradiction - in: Nelson, Lynn Hankinson und Nelson, Jack [Hg.] - Feminism, Science, and the Philosophy of Science - Dordrecht 1996

Auf der Basis der Auseinandersetzung mit Ansätzen des philosophischen Realismus und sozialkonstruktivistischen Theorien unter dem Gesichtspunkt der feministischen Theorie stellt die Philosophin und Theoretische Physikerin Karen Barad ihren erkenntnistheoretisch-naturwissenschaftlichen Ansatz des "Agential Realism" dar, den sie mit Bezug zu den erkenntnistheoretisch-physikalischen Ideen von Niels Bohr zur Quantentheorie entwickelt. Der Text ist schwer aber einer der ganz wenigen physikalisch und philosophisch fundierten Texte zu Fragen der Theoretischen Physik aus der feministischen Perspektive. Von der gleichen Autorin gibt es eine Reihe weiterer Texte zu diesem Thema. "Das Problem bei ihrem in diesem Artikel dargestellten Ansatz ist aber, daß sie die immaterielle intentionale Handlung des Subjektes bei der Konstruktion empirischer Phänomene in das Phänomen, das heißt in die materielle empirische Realisierung, verlagert und objektiviert. Damit negiert sie letztendlich die immaterielle Handlungsfreiheit des Subjektes und übersieht, daß die intentionale Konstruktion auf einer (wenn auch vielleicht unbewußten) Entscheidung basiert."


Höhler, Sabine (home) - Heldengeschichten. Zum Verhältnis von Männlichkeit und wissenschaftlicher Objektivität am Beispiel der Aeronautischen Meteorolgie um 1900 - in: Petersen, Barbara/Maus, Bärbel [Hg.] - Feministische Naturwissenschaftsforschung: science & fiction / NUT Schriftenreihe Band 5 - Mössingen Talheim 1998

Der Text stellt die männliche Mythisierung der wissenschaftlichen Luftschiffahrt und ihre Bedeutung im Kontext der Wissenschaft dar. Inzwischen ist von Sabine Höhler auch ein Buch zu diesem Thema erschienen.

 

Osietzki, Maria (home) - Energie und Entropie: Überlegungen zu Thermodynamik und Geschlechterordnung - in: Meinel, Christoph/Renneberg, Monika - Geschlechterverhältnisse in Medizin, Naturwissenschaft und Technik - Stuttgart 1996

Der Text zeigt an Hand von Zusammenhängen zwischen der Einführung des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik (Entropie) und einer Krise der Männlichkeit auf, wie sich die männlichen Unsterblichkeitsphantasmen in die Naturwissenschaft einschreiben. Der Text ist sehr gut verständlich.

 

Scheich, Elvira (home) - Was hält die Welt in Schwung? Feministische Ergänzungen zur Geschichte der Impetustheorie - in: Woesler de Panafieu, Christine [Hg.] - Feministische Studien Heft 1 - Franfurt 1985

Der Text führt aus, wie Logiken in der Physik und im frühen Kapitalismus sich gegenseitig beeinflussen und verstärken, und dies im Kontext der Verstärkung patriarchaler Gesellschaftsverhältnisse und der Entwertung der Reproduktionsarbeit. Der Text ist auch ohne Vorkenntnisse verstehbar.

Texte des AK-ANNA zum Thema


Literaturliste Übersicht




- Kritik der Nanotechnologie


ETC Group (home) - The Big Down - Winnipeg, Manitoba, Canada 2003 - Internetpublikation - (Text - http://www.etcgroup.org/documents/TheBigDown.pdf)

Dies ist eine umfassende Kritik zur Einschätzung der Gefahren durch Nanotechnologie. Die ETC Group fordert ein Moratorium mit Stopp der Forschung bis weitere Abklärungen von Risiken stattgefunden haben. Dies ist dies primär eine Kritik an den Folgen und den organisatorischen Strukturen von Forschung.
Weitere Publikationen der ETC Group unter: - http://www.etcgroup.org/publications.asp


ETC Group (home) - The little Bang Theory - 2003 - Internetpublikation - (Text - http://www.etcgroup.org/documents/comBANG2003.pdf)

Als Bang Theory firmiert der Zusammenhang von Informationstechnologie, Nanotechnologie, Atomtechnologe und Biotechnologie. Wie auch im vorhergehenden Text ist dies primär eine Kritik an den Folgen und den organisatorischen Strukturen von Forschung.
Weitere Publikationen der ETC Group unter: - http://www.etcgroup.org/publications.asp


Swiss Reinsurance Company (home) - Kleine Teile-große Zukunft - Zürich 2004 - Internetpublikation - (Text - http://www.swissre.com/INTERNET/pwsfilpr.nsf/vwFilebyIDKEYLu/ULUR-5YNGCZ/$FILE/Publ04_Nanotech_de.pdf)

In dieser Hochglanzbroschüre der zweitgrößten Rückversicherungsgesellschaft der Welt, der sicher keine Industrie- oder Wissenschaftfeindlichkeit unterstellt werden kann, wird Versicherungen ausdrücklich empfohlen die Risiken von Nanotechnologie auf keinen Fall unbegrenzt zu versichern. Die Swiss Re äußert als Hauptbedenken, die Befürchtung, daß Nanotubes ähnliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben könnten wie Asbest. Um kumulative Folgeschäden für die Versicherungsbranche zu vermeiden fordert sie (nicht ein Moratorium, die Menschen die sterben sind ja egal) sondern die Versicherungen auf Versicherungsverträge bei Nanotechnologie grundsätzlich mit einer maximalen abzudeckenden Schadenshöhe zu versehen. Als besonderes Problem der Nanotechnologie wird dann auch nicht die Gesundheitsgefährdung weiter diskutiert, sondern das Problem, daß diese Gesundheitsschäden im Fall der Fälle leicht auf die Verursacher zurückgeführt werden könnten im Gegenteil z.B. zu Gesundheitsbelastungen durch Dieselkraftstoffe. Dieser Bericht ist einfach ein erhellendes Beispiel, wie die Großindustrie denkt und leider auch ein Beleg dafür wie ernst zu nehmend die Gesundheitsgefahren durch Nanotechnologie heute schon sind.

Texte des AK-ANNA zum Thema Nanotechnologie

Viele weitere Linkhinweise, Texte und Infos findet Ihr auch auf unserer Netzressource zum Thema Nanotechnologie, zur Zeit (2007) der größten im deutschsprachigen Raum; NaNie NANO - http://ak-anna.org/nano_risiken/nano.html -.


Literaturliste Übersicht




- Kritik der Biologie und Genetik, Alternativen


Bleyer, Ruth - Science and Gender. A Critique of Biology and Its Theories on Women - New York 1984

Die Professorin für Neurobiologie Ruth Bleyer widerlegt dezidiert alle gängigen Aussagen der Soziobiologie und weist strukturelle wissenschaftliche Fehler nach, die auch auf die heutige soziobiologische Forschung zutreffen. Nach Lektüre dieses Buches stellt sich die Frage, wie es überhaupt noch möglich sein kann, daß irgendeine/r unter naturwissenschaftlichen Gesichtspunkt die Soziobiologie noch ernst nimmt.


Buchmann, Sabeth (home) - Formkontrollen - in: Eichhorn, Cornelia/Grimm, Sabine - Gender Killer Texte zu Feminismus und Politik - Amsterdam 1994 - Internetpublikation - (Text - http://www.nadir.org/nadir/archiv/Feminismus/GenderKiller/gender_4.html)

Die Autorin untersucht ausgehend von der Analyse des historischen feministischen Gentechnikwiderstandes und unter Einbezug der Standpunkte feministischer Naturwissenschaftskritikerinnen (Treusch-Dieter/Haraway/Wajcman) die Frage nach der Möglichkeit eine größere Breitenwirksamkeit für den Gentechnikwiderstand zu erreichen.
Das gesamte Buch findet Ihr unter: - Gender Killer - http://www.nadir.org/nadir/archiv/Feminismus/GenderKiller/ -.


Carlotta - 2084. Eine Polit-Science-Fiction-Fortsetzungs-Soap-Novelle - in: Contraste - Freiburg 2001 - Internetpublikation - (Text - http://irrliche.org/feminismus_science_fiction.htm)

Ein antisexistischer Science Fiction über Sicherheits und Gentechnikphantasmen.

 

Critical Art Ensemble (home) - Flesh Machine - Internetpublikation - (Text - http://www.critical-art.net/books/flesh/index.html)


Critical Art Ensemble (home) - Molecular Invasion - Internetpublikation - (Text - http://www.critical-art.net/books/molecular/index.html)

Das Critical Art Ensemble diskutiert in diesen zwei Texten unterschiedliche Strategien für eine revolutionäre konkrete Praxis im Umgang mit der Informations- und Biotechnologie und entwickelt konkrete Strategien. Zum Teil bleibt dabei aber die Technologiekritik auf der Strecke und das Konzept mündet in technologischer Akzeptanzbeschaffung. Außerdem fehlt der Kritik ein Begreifen der produktiven Aspekte von Technologie im Sinne der Produktion neuer Subjektivitäten, Big Brother ist halt nicht mehr Orwell sondern eine beliebte Fernsehsoap. Mit der Repressionshypothese ist dies nicht zu begreifen und in der Biotechnologie sind ähnliche Entwicklungen zu erwarten. Beschrieben werden diese Effekte zum Teil von Donna Haraway.
Auf der Seite des Critical Art Essemble finden sich weitere Bücher zur Technologiekritik als Internetpublikation.


Ebeling, Smilla (home) - Das Gonocavulumzucker der Fahnenträgerinnen. Aus dem Alltag eines Biologiestudenten - in: Petersen, Barbara/Maus, Bärbel [Hg.] - Feministische Naturwissenschaftsforschung: science & fiction / NUT Schriftenreihe Band 5 - Mössingen Talheim 1998

Der Text zeigt durch die Umdrehung der Verhältnisse sehr amüsant aber prägnant die selektive geschlechtliche Blindheit in der biologischen empirischen Verhaltensforschung auf.

 

Dolgin, Janet L. (home) - Ideologies of Discrimination: Personhood and the 'Genetic Group' - in: Studies in History and Philosophy of Biological and Biomedical Sciences - Vol. 32 No. 4 - New York 2001

Janet L. Dolgin führt aus, daß die Genetik und ihre Auswirkungen auf soziale und juridische Diskurse nicht nur das emanzipatorische Subjektverständnis einer liberalen Politik sondern auch das konservative Modell der Familie außer Kraft zu setzen beginnt.


Haraway, Donna (home) - Primatologie ist Politik mit anderen Mitteln - in: Das Geschlecht der Natur - Frankfurt a.M. 1995

Der Text ist ein Beispiel für eine sehr fundierte Kritik soziobiologischer Ansätze am Beispiel der Mainstream-Primatenforschung und der feministischen Primatenforschung. Der Text ist sehr gut verständlich.
Weitere Texte und Infos zu Donna Haraway findet Ihr unter: - http://www.asahi-net.or.jp/~rf6t-tyfk/haraway.html -.


Haraway, Donna (home) - Gen-Fetischismus - in: Das Argument - 43. Jg., Nr. 242 - Seite 601-614 - Berlin 2001 - Internetpublikation - demnächst auf: - http://halluzinogene.org/anderes_gendiskurs.html - zu finden.

Dieser aktuelle Text von Donna Haraway ist auch einer ihrer theoretisch besten und radikalsten. Haraway führt hier differenziert aus, wie die Genetik als diskursive Praxis im Kontext der Produktion moderner Subjekte zu verorten ist. Sie stellt dar, daß die diskursive Bedeutung der Genetik eine wesentliche Funktion ist, die die Bedeutung dieser Wissenschaft ausmacht.
Weitere Texte und Infos zu Donna Haraway findet Ihr unter: - http://www.asahi-net.or.jp/~rf6t-tyfk/haraway.html -.


Heymann, Dagmar - Frankenstein und die Schöpfungsträume der Naturwissenschaftler - in: Wechselwirkung Ausgabe Oktober 1995

Feministische Naturwissenschaftskritik am Beispiel der Wunsch- bzw. Alpträume von der Erschaffung künstlichen Lebens. Dagmar Heymann arbeitet bei NUT e.V. (Frauen in Naturwissenschaft und Technik) - http://www.nut.de/ - in der AG Schriftenreihe mit.

 

Heymann, Dagmar - Jungfrauen und Killer, die Macht der Darstellung in der Biologie - in Heymann, Dagmar [Hg.] - Elfenbisse: feministische Naturwissenschaft / NUT Schriftenreihe Band 2 - Mössingen-Talheim 1995

Der Text führt an Beispielen aus der Immunologie sehr plastisch die in die wissenschaftliche Gedankenwelt eingedrungenen gesellschaftlichen Stereotype aus. Dagmar Heymann arbeitet bei NUT e.V. (Frauen in Naturwissenschaft und Technik) - http://www.nut.de/ - in der AG Schriftenreihe mit.


Jansen, Sarah (home) - Männer, Insekten und Krieg: Zur Geschichte der angewandten Entomologie in Deutschland 1900-1925 - in: Meinel, Christoph/Renneberg, Monika - Geschlechterverhältnisse in Medizin, Naturwissenschaft und Technik - Stuttgart 1996

Der Text führt am Beispiel der Entwicklung chemischer Gifte zur Bekämpfung von Insekten in der Landwirtschaft aus, wie Metaphern und Logiken der Vernichtung in der angewandten Naturwissenschaft und populistische Bilder der "Anderen" der Gesellschaft, also des jüdischen Teils der deutschen Bevölkerung bzw. des Bildes "feindlicher Bevölkerungen "im ersten Weltkrieg, sich gegenseitig bedingen und beeinflussen. Inzwischen ist dazu auch ein Buch von Sarah Jansen erschienen.


Latour, Bruno (info) - Potrait of a Biologist as Wild capitalist - in (französischer Sprache publiziert): Fundamenta Scientiae - Vol. 4, No 3/4 - Seite 301-327 - Strasbourg 1984 - Internetpublikation - (Text - http://www.ensmp.fr/~latour/articles/article/017.html)

Ein Text der die moderne Form der Wissensproduktion und des Agierens ihrer Produzenten beschreibt am Beispiel eines Biologen. Bruno Latour beschreibt die Forschungs- und Wissenschaftspraxis eines Naturwissenschaftlers an Hand eines Interviews als Selbstvermarktungsstrategie eines Kapitalisten, der seine jeweiligen Inhalte und die experimentellen Strategien der Forschung entlang der Maximierung des Tauschwertes der erhofften Ergebnisse bei möglichst geringem Aufwand immer wieder anpaßt. Der Text gibt einen sehr guten Einblick in die nicht dem Forschungsgegenstand oder einem Streben nach Erkenntnis geschuldeten Beweggründe für wissenschaftliche Entscheidungen.
Als Kritik ließe sich anmerken, daß Latour den Zusammenhang, daß der Mehrwert auf der Ausblendung der Subsistenzarbeit wesentlich beruht und dies in engen Zusammenhang mit sexistischen Strukturen naturwissenschaftlicher Praxis steht nicht thematisiert, das Geschlecht der instrumentalisierten LabormitarbeiterInnen wird z.B. nicht thematisiert. Außerdem stellt sich die Frage, in wie weit diese einem Kaufmannskapitalismus entsprechende Struktur für die Wissenschaft heute noch zutrifft und nicht längst durch eine Struktur entsprechend dem Industriekapitalismus abgelöst wurde.
Weitere Texte von Bruno Latour sind zu finden unter: - http://www.ensmp.fr/~latour/articles/index.html -.


Lemke, Thomas (home) - Die Gene der Frau. Humangenetik als Arena der Geschlechterpolitik - in: Feministische Studien - 22. Jahrgang, Nr. 1 - Seite 22-38 - 2004 - Internetpublikation - (Text - http://www.thomaslemkeweb.de/publikationen/DieGenederFrau.pdf )

Im Artikel führt Thomas Lemke aus, wie die Genetik als diskursive Struktur sexistische stereotype reproduziert/aktualisiert und Frauen in eine spezifische Rolle der Verantwortung für 'genetische Gesundheit' drängt. Thomas Lemke hat eine Vielzahl an Artikeln zur Medizin- und Gentechnologiekritik auf seiner Netzseite publiziert - http://www.thomaslemkeweb.de/ -.


Lorenz, Renate/Schultz, Susanne/Geene, Stephan [Hg.] - geld beat synthetic. CopyShop. Abwerten bio/technologischer Annahmen. - Berlin 1996

",Technologie' wird von Seiten der Industrie, Medizin, in den Medien und vermehrt auch über Kunstausstellungen als herrschendes gesellschaftliches Paradigma aufgebaut. Demgegenüber fehlt ein breiter und kontinuierlicher linker Widerstand, wie er etwa in den 80er Jahren von feministischen Gruppen gegen Gen- und Reproduktionstechnologien formuliert wurde. Dieses Buch versucht daher, einen Zusammenhang verstreuter kritischer Praxis herzustellen, die in unterschiedlichen sozialen Bereichen wie an Universitäten/Symposien, in aktionistischen Gruppen oder im Kunstbereich entsteht: Feministische und gesellschaftskritische Formulierungen, Überlegungen zur Rolle von Kunst bei der Ästhetisierung von Biotechnologie, Archive, Recherchen, Öffentlichkeitsarbeit gegen konkrete biotechnologische Manöver oder praktische Interventionen (z.B. gegen Patentierung und Freisetzung)."


Lorenz, Renate - GAME GRRRL - Internetpublikation 1997 - (Text - http://www.thealit.de/lab/LIFE/LIFEarchiv/ar_09_1.htm)

"Man muß sich vorstellen, sie mag Musik, subjektiviert manchmal ihren Computer, sie lehnt Zuschreibungen auf Frauen ab, liest feministische Theorie, läßt ihre sexuelle Identität unklar + arbeitet in einer Gruppe gegen Gen- und Biotechnologie."


Lorenz, Renate - Abwerten (bio)technologischer Annahmen - Internetpublikation 1997 - (Text - http://www.thealit.de/lab/LIFE/LIFEarchiv/ar_09_2.htm)

"Daß unsere Probleme technologisch gelöst werden, ist ein Mythos, dem wir uns nicht anschließen wollen. Daher sammelt GAME GIRL Argumente gegen die Wünsche und Hoffnungen, die zur Zeit auf Bio- und Gentechnologien projiziert werden: Abwerten der öffentlichen Bilder von Technologie, wie sie industrielle Werbung, Dokumentationen in TV und Zeitschriften und inzwischen auch künstlerische Projekte formulieren."


Lorenz, Renate - Digital Eingetragenes Warenzeichen - Internetpublikation 1997 - (Text - http://www.thealit.de/lab/LIFE/LIFEarchiv/ar_09_3.htm)

"A zum Thema einer angeblichen gesellschaftlichen Veränderung durch technologisch erzeugte Bilder möchte ich kurz zwei wahre Geschichten vorstellen, die schon einiges von dem thematisieren, auf das ich nachher hinaus will ..
B Zentralagent ..
C Wir manipulieren Bildaussagen dank Photoshop.."


Mushoff, Tobias (info) - Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen ... - in: Forum Recht - Heft 1/2005 - Seite 4-9 - Hamburg 2005 - Internetpublikation 2005 - (Text - http://www.forum-recht-online.de/2005/105/105mushoff.htm)

Dieser Text behandelt die aktuellen Entwicklungen der Rechtslage in Deutschland bzgl. Gentest und ihren Folgen in Hinsicht auf ArbeitnehmerInnen aber auch bzgl. allgemeiner juristischer Folgen.
Die Zeitschrift Forum Recht hat unter dem Titel "Genetik - Welches Wissen verträgt der Mensch?" noch weitere Artikel zu juristischen Fragestellungen aktueller Biotechnologie publiziert; - http://www.forum-recht-online.de/2005/105/105inh.htm -


Riewenherm, Sabine (info) - Let's talk about sex. Gene und Geschlechter - in Genethischer Informations Dienst 105 - Berlin 1995

Ein kurzer Text zur Tatsache, daß bis heute kein Gen und keine Genkombination identifiziert werden konnte, die eindeutig das Geschlecht bestimmt. Mit Y und X das ist schon länger veraltet.


Schmitz, Sigrid (home) - Man the Hunter / Woman the Gatherer - Dimensionen der Gender-Forschung am Beispiel biologischer Theoriebildung - in: Freiburger Frauenstudien - 12 - Freiburg 2002 - Internetpublikation - (Text - http://mod.iig.uni-freiburg.de/users/schmitz/pub/pubhunter.pdf)

Eine kurze Einführung in die feministische Naturwissenschaftsforschung mit Ausführungen zur Kritik der Reproduktion von Geschlechterklischees in der Evolutionstheorie.

Weitere Artikel der Autorin findet Ihr unter - http://mod.iig.uni-freiburg.de/users/schmitz/publikation.html -


Schinzel, Britta (home) - Körperbilder in der Biomedizin - in: Franziska Frei Gerlach, Annette V.-Schinck, Claudia Opitz, Beatrice Ziegler (Hrsg.) Körperkonzepte: Interdisziplinäre Studien zur Geschlechterforschung - Münster 2003 - Internetpublikation - (Text - http://mod.iig.uni-freiburg.de/publikationen/online-publikationen/koerperkonzepte.pdf)

Artikel zur Problematik der Bildgenerierung in der Biologie und insbesondere in der modernen Neurologie (Computergenerierte Bilder) und der dadurch in die Biologie einfließenden nicht mehr explifizierbaren Vorurteile.

Weitere Artikel der Autorin findet Ihr unter - http://mod.iig.uni-freiburg.de/publikationen/publikationen_schinzel.html -

 

Schwerin, Alexander von - Naturwissenschaftliche Aspekte der sogenannten roten Genetik - Internetpublikation 2001 - (Text - http://archiv14.pds-im-bundestag.de/files/pds-papier2.rtf)

Für die PDS-Bundestagsfraktion erstellte kritische Studie zur Beurteilung aktueller auf die Medizin bezogener gentechnologischer Entwicklungen. Die Studie gibt einen guten und ausführlichen Überblick.


Spanier, Bonnie (home) - Im / Partial Science, Gender Ideology in Molecular Biology - Indiana 1995

Eine ausführliche Darstellung und Kritik sexistischer Stereotype und Denkfiguren, die auf den unterschiedlichen Ebenen in Forschungsalltag und Theorie der modernen Molekularbiologie wirksam sind.


THE BIOLOGY AND GENDER STUDY GROUP (Beldecos, Athena / Bailey, Sarah / Gilbert, Scott / Hicks, Karen / Kenschaft, Lori / Niemczyk, Nancy / Rosenberg, Rebecca / Schaertel, Stephanie / and Wedel, Andrew) - The Importance of Feminist Critique for Contemporary Cell Biology - in: Hypatia 3 - 1988 - Internetpublikation - (Text - http://zygote.swarthmore.edu/fert11a1.html)

Ausgehend von der Analyse sexistischer Vorstellungen in der historischen Zellbiologie leitet der Artikel über zur Kritik aktueller Vorstellungen und zur Frage nach alternativen Forschungsansätzen. Der Artikel im Internet ist eine im Jahr 1994 aktualisierte Fassung. Welche glaubt, die in diesem Artikel dargestellten frauenfeindlichen sexistischen Stereotype, aktiv=Mann und passiv=Frau, wären ein Problem der Vergangenheit, sei hier auf die Darstellung der Spitzenforschung (Max-Planck-Gesellschaft) in der BRD im Rahmen des vcell-Projektes hingewiesen. Im Spiel Spermrace kann "der Held" die "holde Eizelle" beglücken - siehe: http://www.vcell.de/interaktive/vcell_spermrace.html -. Und dieses Computerspiel stammt nicht aus dem 19ten Jahrhundert. Auf derselben Seite gibt es auch noch das Zellquiz - siehe: http://www.vcell.de/interaktive/vcell_quiz.html - zuerst die "leichte Kurvendiskussion" mit Verona und dann die höheren Level mit richtigen Fragen gegen Boris und Albert. Dies ist leider real das Selbstverständnis der Max-Planck-Gesellschaft im 21ten Jahrhundert.


Voß, Heinz-Jürgen - Feministische Wissenschaftskritik. Am Beispiel der Naturwissenschaft Biologie - in: Hg. Ulrike Freikamp, Matthias Leanza, Janne Mende, Stefan Müller, Peter Ullrich, Heinz-Jürgen Voß - Kritik mit Methode? Forschungsmethoden und Gesellschaftskritik - Reihe: Texte / Rosa-Luxemburg-Stiftung; Bd. 42 - Berlin, 2008 - (Text - http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Texte-42.pdf)

Ein Überblick über die feministische Naturwissenschaftskritik am Beispiel der Biologie.


Weasel, Lisa (home) - The Cell in Relation: An Ecofeminist Revision of Cell and Molecular Biology - in: Women's Studies International Forum - Vol 20, No. 1 - 1997

Darstellung der Möglichkeit eines alternativen Denk- und Forschungsansatzes für die Zell- und Molekularbiologie ausgehend von der ökofeministischen Kritik. Die konkreten Ausführungen zur Molekularbiologie sind sehr interessant, einige der Metaphern im Text aber höchst Problematisch, z.B. wenn die Autorin Bevölkerungswachstum mit Krebs gleichsetzt.
Eine solche Metaphernwahl ist biologistisch und legt faschistisch/rassistische Folgerungen nahe. Hier zeigt sich genau die Problematik des ökofeministischen Ansatzes, der immer wieder zu Biologismus neigt. Auch wenn berücksichtigt werden muß, daß andere ÖkofeministInnen (z.B. Maria Mies) hier eine kritische linke feministische Position gegen Bevölkerungspolitik vertreten, liegt das Grundproblem doch in der biologistischen Denkweise, der Reduktion sozialer Zusammenhänge auf Biologie.




Weitere Texte zu Gen- und Biopolitikkritik finden sich auf - http://halluzinogene.org/ -

Texte des AK-ANNA zum Thema Genetik

Texte des AK-ANNA zum Thema Systembiologie


Literaturliste Übersicht




- Kritik der Chemie


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Literaturliste Übersicht




- Kritik der Mathematik, Mathematiken anderer Kulturen


Booss-Bavnbek, Bernhelm (home) - Wie rein ist die Mathematik? 50 Jahre militärische Verschmutzung der Mathematik - in: Informationsdienst Wissenschaft und Frieden 2/90- Marburg 1984 - Internetpublikation - (Text - http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wuf/wf-90/9021101m.htm)

Eine Analyse der Beeinflussung der Mathematik durch Finanzierung weiter Forschungsbereiche aus dem Militäretat. Der Autor stellt dar, daß dies nicht nur die Inhalte sondern auch die Art und Weise in der Mathematik betrieben wird grundlegend verändert hat, insbesondere im Kontext der Informationstechnologien.
Die Tendenz des Autors all diese Veränderungen dem Einfluß der Militarisierung zuzuschreiben ist zumindest problematisch, auch wenn sie einen Teil richtiger Analyse sicher enthält. Wirtschaftliche und andere Interessen, Veränderungen in der Subjektstruktur von WissenschaftlerInnen und in der Gesellschaft und ihre Rückwirkungen müßten ebenso berücksichtigt werden.
Der Standpunkt, das es früher eine unschuldige reiner Mathematik gegeben hätte ist höchst fragwürdig und blendet aus, daß Wissenschaft immer gesellschaftlich produziert ist. Die Forderung zurück zur Reinheit ist reaktionär, da sie Herrschaftsverhältnisse ausblendet. Zu fordern ist eine Mathematik die ihre gesellschaftlich Bedingtheit reflektiert, dies politisch diskutierbar macht und sich dazu verhält. Der Text ist für einen bestimmten Bereich, die militärischen Einflüsse, dazu immer hin ein Beitrag.
Weitere Texte von Bernhelm Booss-Bavnbek können auf seiner - Netzseite - heruntergeladen werden.


Frougni, Christiane/ Peiffer, Jeanne (home) - Der mathematische Formalismus, eine Maschine die Wahres aussondert - in: Woesler de Panafieu, Christine [Hg.] - Feministische Studien Heft 1 - Franfurt 1985

Einer der wenigen Texte zur Kritik der Mathematik aus feministischer Sicht und sehr gut verständlich. Es geht um die Rolle des Formalismus in der Mathematik und der Gesellschaft.

 

Heyting, Arend (info) - Disputation - in: Intuitionism an Introduction - Amsterdam 1966

Anhand der Darstellung unterschiedlicher erkenntnistheoretischer Positionen in der Mathematik durch Personen, die miteinander diskutieren, macht Heyting in diesem Text sehr schön klar, daß es die Mathematik nicht gibt.


Ortlieb, Claus Peter (home) - Bewußtlose Objektivität Aspekte einer Kritik der mathematischen Naturwissenschaft - in: Krisis 21-22 - Bad Honnef 1998 - Internetpublikation - (Text - http://www.giga.or.at/others/krisis/c-p-ortlieb_bewusstlose-objektivitaet_krisis21-22_1998.pdf)

Der Text hinterfragt am historischen Beispiel Galileos den Objektivitätsanspruch der mathematischen Naturwissenschaften. Er ist leicht verständlich. Claus Peter Ortlieb ist Mathematikprofessor und gehört zum Umfeld der Gruppe Krisis um Robert Kurz. Der Text ist interessant hebt aber zu einseitig auf die Bedeutung der Wertform und des Kapitalismus für die Strukturierung des Denkens ab. Andere parallel wirksame gültige symbolische Ordnungen und Herrschaftsverhältnisse bleiben in ihrem widersprüchlichem Zusammenspiel unbegriffen.
Diese Engführung der Gedanken kennzeichnet auch weitere Texte von Claus-Peter Ortlieb, die aus kapitalismuskritischer Sicht trotzdem wichtige Einsichten für eine kritische Erkenntnistheorie enthalten. Dies gilt z.B. für den Text 'Gesellschaftskritik als Erkenntniskritik' - http://www.ex