Recht(s)gläubige
Abspaltungen der Naturwissenschaft
Eine Religion zeichnet sich dadurch aus,
daß zu ihrer Hochzeit ihre Glaubensgrundsätze nicht als Fragen des
Glaubens wahrgenommen werden, sondern als das Normale, als Grundlage jeder
Sicht auf die Welt, als Tatsachen der alltäglichen Lebensrealität. So
waren Wunder für das mittelalterliche Christentum nicht wunderlich, und so
sind heute die Setzungen der Naturwissenschaften für die meisten Menschen
unhintergehbare Realität. Und die Religion ist ein Kompedium des Wissens,
eine Sammlung sinnvoller Regeln, die es den Menschen ermöglichen sich in
der Alltagsrealität zu orientieren (Z.B. verdirbt Schweinefleich sehr viel
leichter als anderes Fleisch - in heißen Ländern hat es deshalb Sinn
gemacht ohne Kühltechnik auf Schwein zu verzichten.).
Die Naturwissenschaft ist in diesem Sinn die
Religion der Moderne, wie an der Bemerkung in der Klammer zu sehen ist..
Als Anarchist bin ich gegen jede Religion, gegen die
dogmatischen Festlegungen, gegen die Versuche zu bestimmen, was ein Mensch ist,
wie sie (bzw. er) zu sein hat, und wie sie (bzw. er) zu handeln hat - auch im
Namen der Natur. Ich denke mich frei und fühle mich gerade darum
verantwortlich für mein Handeln. Keine Notwendigkeit und keine Entschuldigung
für Rassismus, Faschismus, Kapitalismus, Sexismus - "Niemand kann
Dich zwingen, ein Arschloch zu sein!"
Anarchie heißt für mich, anstatt zu
glauben, die Dinge kritisch zu hinterfragen - mit einer Kritik, die nichts als
heilig setzt, einer Kritik, die ein Unhinterfragbares an sich, aus sich heraus
ablehnt, einer Kritik, die sich auch selbst in den Blickpunkt nimmt und so ihre
Theoriepraxis immer wieder von neuem aufnimmt - auch und gerade bezogen auf die
Naturwissenschaft.
Nun gibt es in jeder Kirche Erneuerungsbewegungen
und abweichende Sekten auch in den Naturwissenschaften. Um eine solche Kritik
geht es dabei aber in der Regel nicht. Wie anderen Sekten und
Erneuerungsbewegungen geht es auch diesen Zusammenhängen meist nicht um
den Sturz des Gottesstaates, sondern um seine Aufrichtung in noch
'schöneren' Glanz. Und einmal an der Macht sind sie meist noch
totalitärer, als es die Staatskirche vor ihnen war. Glauben doch ihre
Stadthalterinnen und Stadthalter an das, was sie predigen wirklich, und sind
deshalb um so unerbittlicher und erbarmungsloser.
Leider sind auch viele sich als
"alternativ" verstehende Zusammenhänge und Personen im Bereich
der Naturwissenschaften genau dieser Form sektiererischer Heilsbewegungen
zuzuordnen. Auch und gerade aus der Position einer fundierten Ablehnung der
naturwissenschaftlichen Staatskirche aus anarchistischer Sicht ist eine Kritik
dieser Gruppen zwingend notwendig. Denn als Anarchist kann es mir wohl kaum darum gehen, eine Religion
durch eine andere auszutauschen, die Normierungsgewalt der bestehenden
Naturwissenschaften durch die Gewalt einer, sich erst zur Religion noch machen
müssenden und darum um so blutiger regierenden, neuen
naturwissenschaftlichen Glaubensrichtung zu ersetzen.
Und leider sind die totalitären Träume
eines Rudolf Bahro von der Ökodiktatur nicht die Ausnahme.
'Alternative' Naturwissenschaftsansätze,
KritikerInnen von Technologie sind nicht automatisch Verbündete einer
anarchistischen gesellschafts- und naturwissenschaftskritischen Position. Das
mangelnde genaue Hinsehen und Abklären mit wem und was für
politischen Vorstellungen ich es zu tun habe, z.B. in Bündnissen gegen
Atomenergie oder Elektrosmog, weist auch auf die mangelnde eigene
Auseinandersetzung mit der politischen Herkunft bestimmter Natur- und Gesundheitsvorstellungen
hin. Bereits vor Jahren wurde aus der KrüppelInnenbewegung eine sehr klare
Kritik an der Antiatombewegung und ihrem Umgang mit Begriffen wie
'Mißbildung' und 'Mutation' formuliert.

Ich sollte an mich selbst und an Gruppen im Bereich
'alternativer' Naturwissenschaften/Ökologie, mit denen ich
zusammenarbeite, deshalb einige Fragen stellen.
Zum Beispiel, um einen ersten Eindruck zu gewinnen,
Fragen zu den politischen Zusammenhängen; Wer trägt den Zusammenhang
in dem ich mitarbeite, bzw. mit dem ich zusammenarbeite? Was machen diese
Person sonst? Was haben sie ansonsten publiziert? Für welche politischen
Richtungen stehen sie? Mit wem arbeiten sie zusammen? Wie sind diese Gruppen
und Personen einzuschätzen? Wie/Wer finanziert dies?
Auch naturwissenschaftliches Wissen wird
interessengebunden produziert. Bei der Gen- oder Atomtechnik ist dies den
meisten noch sofort einleuchtend aber dies gilt auch für 'alternative'
Ansätze. In der Ökologie werden z.B. häufig Versatzstücke
eingebaut, auf die schon der Faschismus zurückgegriffen hat, indem
gesellschaftliche Verhältnisse naturalisiert werden. Da ist dann z.B. die
Rede von Überbevölkerung um politisch Probleme zu 'erklären'
oder es wird von 'kranken Gesellschaftskörpern' geschrieben, und damit ein
medizinischer Begriff auf das Soziale und Politisch-Gesellschaftliche
ausgeweitet, das Soziale und Politische also negiert, usw.
Als Anarchist fordere ich hingegen die
(Re)Politisierung des Apolitischen, das Politische und Private nicht getrennt
zu denken, antisexistische, antirassistische Politik im Alltagshandeln in der
alltäglichen auch naturwissenschaftlichen Praxis und die Dinge im
Zusammenhang zu sehen, da die unterschiedlichen Gewalt- und
Machtverhältnisse nur zusammen zu bekämpfen sind. D.h. ich fordere
auch einen anderen Begriff des Politischen ein, der statt autoritäre,
parteipoltisch-parlamentaristische Strukturen zu stützen, auf die
alltägliche bewußte selbstbestimmte Entscheidung einer/eines jeden
im Alltag setzt. Z.B. in einer Gesellschaft, in der 20 Stunden von jeder/jedem
für die Reproduktionsarbeit aufgewendet werden muß, und ansonsten
frei von mir selbst bestimmt wird, was ich tue, sei es Wissenschaft, Kunst,
Schlafen Kiffen, oder was auch immer.
Dann macht es aber keinen Sinn mich mit z.B. ElektrosmoggegnerInnen
zusammenzutun, die wiederum kein Problem darin sehen mit FaschistInnen
zusammenzuarbeiten, und die einer Apolitisierung Vorschub leisten. Und insofern
macht es durchaus Sinn genauer hinzugucken, wen Gruppen als Kooperationspartner angeben, wer Mitglied ist,
Ehrenmitglied. Und wenn darunter FaschistInnen oder faschistischen Ideen
nahestehende Organisationen (wie z.B. der WSL oder die Nachfolgeorganisation
der Deutsche Bund zur Rettung des Lebens, u.a. siehe einschlägige ANTIFA-Infos)
sind, ist dies zumindest ein Hinweis auf die Ignoranz gegenüber diesem
Problem.
Diese Form trivialisierter personalisierter
politischer Analyse ist aber nur sehr oberflächlich, wichtiger ist das
Abklären inhaltlicher Fragen, und dies gilt für alle Zusammenhänge,
insbesondere auch für die eigenen. Die Stereotype auf die der Faschismus
zurückgegriffen hat sind sehr viel älter und grundlegender in den
Naturwissenschaften verankert. Deshalb muß ich mich auch selbst fragen;
Nutze ich komplexe Theorieansätze, die multikausale Zusammenhänge,
ideologische Setzungen und politischgesellschaftliche Verhältnisse
reflektieren, oder werden Theorien in vereinfachter Form dargestellt? Bediene
ich banale Klischees? Werden Patentlösungen feilgeboten? Gibt es eine
dargestellte Form kritischer Selbstreflektion über die eigene
TheoriePraxis oder werden Erkenntnisse mit tieferen Einsichten oder
ähnlichen Religionsversatzstücken begründet?
Die Ausbreitung banaler Klischees, wie z.B.
Stereotypen über das Geschlechterverhältnis, Mutterschaft, aber auch
über die Natur, als wäre unser Naturverhältnis nicht immer schon
ein politisch gemachtes, sind typisch für faschistische und rechte
politische Praxen. Sie bilden zum nicht unbeträchtlichen Teil ihre Basis. Mit
ihrer Übernahme übernehme ich auch Teile dieses Weltbildes.
Ein Beispiel dafür ist die Ufologie mit ihrer
simplifizierenden naturalistischen Deutung von Zeichen, z.B. der Abbildung
fliegender Menschen als fliegenden Außerirdischen, und damit ihrer
Ausblendung eines Unbewußten, daß sich in diesen Bildern
manifestiert. Damit wird eine komplizierte Realität der Subjektgenese,
eines Subjektes, daß in einer Dialektik des Bewußten und
Unbewußten steht, ausgeblendet.
In diesem Sinn ist auch Theoriefeindlichkeit und der
Rekurs auf Erfahrungswissen Eingeweihter eine strukturelle Grundlage rechter
und faschistischer Ideologie. Einfach wie die Erklärungen sind dann auch
die Lösungsansätze. 'Alternative' Naturwissenschaftsansätze, die
sich auf diese Weise einer Kritik zu entziehen versuchen, weil z.B.
'altersweise' Ingenieure es einfach besser zu wissen meinen, oder gar behaupten
wie Scotti bei Raumschiff Enterprise die Gefahr jenseits des allgemein
Erfahrbaren spüren zu können, sei es Erdstrahlen, Elektrosmog oder
Zeichen aus dem All, rekurieren auf ein Ingenieurbild, das in Deutschland durch
Autoren wie Hans Dominick (faschistische ScienceFiction Jugendbücher) und
Filme mit Hans Albers im Nationalsozialismus seine Blütezeit hatte, aber
lange davor existiert hat, und nach wie vor wirksam ist.
Auf komplizierte ineinandergreifende
Herrschaftsverhältnisse, die auch in Naturwissenschaft, Technik und
Medizin eingegangen sind, gibt es aber keine einfachen Antworten wie sie der
blonde Hans nahelegt.
Doch bei einigen Inhalten 'alternativer' Naturwissenschafts-
ansätze wird es noch problematischer. So ist es wichtig zu schauen; Ob
Verschwörungstheorien bedient werden? Werden Probleme in einem
paranoischem Konstruckt auf ein einzige Ursache zurückgeführt? Werden
Heilserwartungen ausgesprochen?
Angstpolitiken und Heilsversprechungen schaffen vor
allem rechts autoritären Politiken Zulauf. Und der Übergang von
Verschwörungsphantasien bzgl. Elektrosmog oder Medikamenten hin zu den
Illuminaten und zur jüdischen Weltverschwörung ist ein
fließender. Die paranoische Subjektkonstrucktion ist nicht weit entfernt
von der des autoritär faschistischen Charakters, war doch auch im
Nationalsozialismus die immaginierte Bedrohung Deutschlands, die immaginierte
Bedrohung durch die Anderen, die Juden, Schwulen, Sinti- und Roma, Basis ihrer
Ausgrenzung und brutalen Verfolgung und Ermordung.
Schlußendlich ist auch das Verhältnis zur
etablierten Naturwissenschaft nicht unwichtig; Wie sind die Theorien in das
Feld der etablierten Naturwissenschaften eingebunden? Welche Theorien werden
aufgegriffen, z.B. Soziobiologie? Mit wem wird hier zusammengearbeitet? Wird
sinnentleertes Namedropping betrieben, z.B. mit aus dem Zusammenhang gerissenen
Zitaten Albert Einsteins und anderer Berühmtheiten?
Herrschaftsverhältnisse materialisieren sich
historisch in den Praxen und Techniken. Dies gilt auch für die
Naturwissenschaften. Ein Beispiel ist die Reproduktionsmedizin mit ihrer
Enteignung der Frauen von der Verfügungsgewalt über ihren Körper
bis hin zum Massenmord - so starben im 19. Jahrhundert nicht wenige Frauen bei
zwangsweiser Gebärmutterentfernung durch die 'moderne' Medizin. Die Angst
vor der weiblichen Gebärfähigkeit und männliche
Kontrollphantasien sind bis heute fest im medizinischen Blick auf den
Frauenleib verankert.
Eine 'alternative' Naturwissenschaft, die von der
Überzeugung ausgeht, die Naturwissenschaften wären gut, nur die
Ausführenden schlecht, ist insofern nur dazu gut, diese
Herrschaftsverhältnisse durch Neuanstrich zu konservieren. Außerdem
ist der Glaube an gute Autoritäten wohl kaum im Sinne anarchistischer
Politik. Auch ausuferndes Zitieren wichtiger Berühmtheiten weist zuerst
auf Autoritätshörigkeit und nicht auf wirkliche Alternativen.
Vollständig untragbar wird aber dieses 'alternativ' wenn unter diesem
Stichwort gerade und insbesondere überholte reduktionistische
reaktionäre Naturwissenschaftsansätze wieder aufgenommen werden. Und
zum Beispiel insbesondere eine Zusammenarbeit mit soziobiologistischen
Richtungen gesucht wird, oft gar noch mit der Begründung, diese würden
von der etablierten Wissenschaft ausgegrenzt, obwohl die Soziobiologie gerade
die ideologische Basis z.B. der Genforschung ist.
Als Alternativ bezeichnet sich vieles. Vor einer
Zusammenarbeit ist es wichtig genauer hinzuschauen, aber auch die eigenen
Theorien gilt es kritisch zu hinterfragen.
Fin
AutorIn: J.Djuren
Am unteren Ende dieser Seite findet Ihr noch einen kurzen satirischen Text - Naturwissenschaften & Esoterik
Zuletzt aktualisiert 30.05.10
Naturwissenschaften & Esoterik
Naturwissenschaften und Esoterik haben natürlich nichts mit einander zu tun. Und falls jemand Naturwissenschaften als Esoterik bezeichnet ist das natürlich Esoterik. Schließlich weiß doch Jede, daß Naturwissenschaften keine Esoterik sind. Und deshalb ist es auch verwerflich zu argumentieren, Naturwissenschaften wären Esoterik. Und die bzw. der, der Argumenten, die Naturwissenschaften mit Esoterik vergleichen, zuhört ist selbst schon nahe der Esoterik.
Naturwissenschaften sind Naturwissenschaften und keine Esoterik, daß weiß der Naturwissenschaftler und darüber muß er auch gar nicht diskutieren, schon gar nicht mit Menschen die Esoterik verbreiten, und wer Naturwissenschaften kritisch hinterfragt verbreitet Esoterik.
Schließlich ruht unser ganzes Weltbild auf Naturwissenschaften, aber mit dem Weltbild haben Naturwissenschaften nichts zu tun, dann wäre sie ja Esoterik. Und mit Esoterik wollen Naturwissenschaftler nichts zu tun haben, schließlich sind Naturwissenschaften qua der Natur von Naturwissenschaften keine Esoterik. Und dieses Argument ist keine Esoterik. Zwar ist der Rekurs auf die Natur eines Dinges schon Esoterik, da ja gerade die Naturwissenschaften darüber aufgeklärt hat, daß die Natur von Dingen hinterfragt werden muß, aber nicht bei Naturwissenschaften, da ist die Natur der Naturwissenschaften natürlich und muß nicht hinterfragt werden. Hinterfragungen der Naturwissenschaften sind Esoterik.
Also ich versichere hoch und heilig Naturwissenschaften und Esoterik sind was ganz anderes, Naturwissenschaften als Esoterik zu bezeichnen ist Esoterik.
Und die, die behaupten derartige Versicherungen und Argumentationen würden aber gerade darauf hinweisen, daß es hier doch um Esoterik geht, und das doch ein Zusammenhang besteht, zwischen Naturwissenschaften und Esoterik, betreiben auch Esoterik.
Kein/Keine Naturwissenschaften BetreibendEr würde jemals behaupten, Naturwissenschaften könnten auch nur entfernt Esoterik sein. Ein/Eine Naturwissenschaften BetreibendEr, der/die behauptet es gäbe einen Zusammenhang von Naturwissenschaften und Esoterik, betreibt deshalb gar keine Naturwissenschaften sondern Esoterik.
Naturwissenschaften beruhen auf empirischer vorurteilsfreier Erkenntnis, vorurteilsfrei sind sie weil sie keine Esoterik sind sondern Naturwissenschaften, wären sie nicht vorurteilsfrei, wären sie keine Naturwissenschaften sondern Esoterik, da Naturwissenschaften aber keine Esoterik sind, sind Naturwissenschaften vorurteilsfrei.
Also merken Sie sich ein für Alle mal.
Esoterik ist Esoterik ist Esoterik.
Und Naturwissenschaften sind Naturwissenschaften.
Das ist keine Frage des Glaubens sondern das ist so, und das müssen Sie dann auch glauben, daß Naturwissenschaften nie und nimmer Esoterik sind.
Sollten sich in der Zukunft bestimmte Teile heutiger Naturwissenschaften doch als Esoterik herausstellen, steht das nicht im Widerspruch, denn dann waren diese Teile der Naturwissenschaften schon immer Esoterik.
J. Djuren
Hannover 2008
Und noch ein paar Links, was so im Netz zu finden ist zu den Themen Naturwissenschaften & Esoterik;
- Unter - http://www.schuledesrades.org/palme/docs/arnold/?Q=3/1/11/0/0/0/1 - findet Ihr ein Streitgespräch etablierter Wissenschaftler zum Thema Esoterik und Naturwissenschaft.
- Unter - http://www.fh-lueneburg.de/u1/gym03/expo/jonatur/auffassu/glaube/quanten.htm - findet Ihr eine Kritik der quasie-physikalischen Begründungen der Esoterik, leider ist deer Autor unfähig sein kritisches Denken auch auf die Naturwissenschaft selbst zu wenden, die Physik wird von ihm leider nicht metatheoretisch hinterfragt sondern geglaubt.
- Unter - http://www.stauff.de/matgesch/dateien/natwissesoterik.htm - findet Ihr eine kurze Bemerkung zur Ähnlichkeit von Naturwissenschaft und Esoterik, leider ist dem Autor in der Realität der naturwissenschaftlichen Praxis nicht zuzustimmen. NaturwissenschaftlerInnen erweisen sich dort genauso dogmatisch kritikunfähig, wie Esoterikerinnen. Wieviele PhysikerInnen diskutieren ernsthaft Alternativen zur Relativitätstheorie? Wieviele BiologInnen haben schon einmal etwas von der Dekonstruktion der Kategorie Geschlecht (siehe z.B.; Judith Butler) gehört und beziehen dieses ethnometodologisch und sozialpsychologisch gesicherte Wissen in ihre Arbeit mit ein?
- Unter - http://www.gruppe12.de/Themen/Esoterik/Einfuehrung.htm - findet Ihr ein Beispiel dafür was passieert wenn esoterische Naturwissenschaft mit naturwissenschaftlicher Esoterik verquirllt wird.
- Unter - http://www.om-esoterik.at/thema.naturwissenschaft.und.esoterik.html - findet Ihr typische naturwissenschaftliche Esoterik, hier als abschreckende Beispiele aufgeführt.
- Unter - http://www.inidia.de/esoterik-wissenschaft-religion.htm - findet Ihr eine typische Altagsstellungnahme zur Frage Esoterik unsd Naturwissenschaft. Auch hier übersieht der Autor wieder den Dogmatismus der Naturwissenschafgten, der z.B. in Genetík, Soziobiologie oder aktuell in der Neurologie sich vielfältig in Aussagen über Männer und Frauen und geschlechtliche Differenz findet. Aber auch in die moderne Physik sind vielfältig geselschaftliche die Wirklichkeitswahrnehmung strukturierende Vorurteile eingeflossen. Das EsoterikerInnen hier meist noch dogmatischer agieren spricht zwar gegen Esoterik aber nicht für Naturwissenschaft.
- Unter - http://fowid.de/fileadmin/textarchiv/Esoterik_und_Neuzeit__Monika_Neugebauer-W_lk___TA-2006-3.pdf - findet Ihr einen interessanten Text zur Verbindung Naturwissenschaft und Esoterik im Nationalsozialismus. Leider führt die Autorin den Zusammenhang nur in Richtung Esoterik aus, übersieht aber, daß die Verbindung nicht willkürlich ist, sondern das in der Naturwissenschaft hierfür Anschlußpunkte existieren, die eine kritische Überarbeitung der Naturwissenschaften dringend notwendig machen. Ein Bezug zur Kritik der Instrumentellen Vernunft (Kritische Theorie) wäre hier auch sinnvoll.
- Unter - http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Esoterik - bzw. - http://de.wikipedia.org/wiki/Esoterik - findet Ihr die Wikiseite zu Esoterik, zum ganz Teil ist dies aber eine eher unkritische Nacherzählung, eine Refklektion auf die kulturgeschichtlichen, psychologischen, sozialen und politischen zusammenhänge findet nicht statt.
- Unter - http://www.freidenker-muenchen.homepage.t-online.de/akep/ - findet Ihr die 'Frei'denker, leider sind große Teile dieser Bewegung in Deutschland gegenüber der Naturwissenschaft ebenso naiv unkritisch, wie sie gegenüber den Religionen kritisch sind.
- Unter - http://www.wer-weiss-was.de/theme130/article744039.html - findet Ihr noch mal Alltagsdiskussion zum thema esoterik und Naturwissenschaft.
- Unter - http://de.wikipedia.org/wiki/Naturwissenschaft - findet Ihr den Wiki zu Naturwissenschaften. Hier zeigt sich der ganze wurmstichige Dogmatismus, nicht an einer Stelle wird auf moderne Kritiken aus der Wissenssoziologie (Susan Leigh Star, Bruno Latour u.a.) oder der feministischen Theorie (Carolyn Merchant, Evelyn Fox Keller, Donna Haraway, u.a.) eingegangen. In vollständiger Ignoranz werden, die zentralen Gebiete psychologischer Wissenschaft, die einem großen Teil der Kritiken zu Grunde liegen (z.b. Psychoanalytische Theorie / Verbindungen von Psychologie und Ethnologie) mal eben in einem Nebensatz für inexistent erklärt - Als Beispiel sei die Psychologie genannt, die weitgehend mit naturwissenschaftlichen Methoden arbeitet. -. Die Begrifflichkeit des Science-War ist hier wohl die richtige, denn in Deutschland führt diese reaktionär dogmatische Denkungsart zur Zeit tatsächlich zur Exekution weiter Teile der psychologischen Wissenschaft durch den Obrigkeitsstaat. Gefördert wird fast nur noch blinde Statistik, also die weitestgehend irrelevanten Bereiche der Psychologie, die mit 'naturwissenschaftlichen' Methoden arbeiten.
- Unter - http://www.nut.de/ - findet Ihr den Verband Frauen in Naturwissdenschaft & Technik, mit zum teil recht interessanten kritischen Publikationen.
- Unter - http://www.ianus.tu-darmstadt.de/ - findet Ihr eine typisch gut gemeinte aber weitestgehend unkritische interdisziplinäre Arbeitsgruppe zu Fragen der Naturwissenschaft und Ethik. Das Grundproblem solcher Gruppen und Ansätze ist hier wie meistens die vollständige Unfähigkeit zur Hinterfragung der naturwissenschaftlich aufgestellten Behauptungen, Naturwissenschaft ist aber als Produkt dieser Gesellschaft immer auch Ideologieproduktion. Gerade im Bereich Biologie/Genetik ist die dadurch verursachte diskursive Umweltverschmutzung, insbesondere durch soziobiologistische Behauptungen, ein sehr viel ernster zu nehmenderes Problem als die reale biologische Umweltgefährdung.
- Unter - http://www.theologie-naturwissenschaft.info/ - findet Ihr Texte zu Theologie & Naturwissenschaften aus theologischer Sicht.
- Unter - http://www.nugev.de/ - findet Ihr eine weitere Seite die sich um die Erhaltung des Glauben unter dem naturwissenschaftlichen Weltbild besorgt zeigt.
- Unter - http://esoterik-tarot.com/ - und - http://www.esoterikshopping.de/ - und - http://www.esotheka.de/ - und - http://www.psilinks.com/ - und - http://www.edelsteine-heilsteine-info.de/ - und - http://www.foren4all.de/ - und - http://www.sphinx-suche.de/ - findet Ihr Seiten die mit Esoterik Geld verdienen wollen. Das dies die ersten Seiten sind, die aufzufinden sind, ist allein schon sehr sprechend bzgl. dessen, wozu Esoterik betrieben wird. Esoterik ist vor Allem eine Möglichkeit virtuelle Vorstellungen zu verkaufen, insofern könnte Esoterik als eine immaterielle (realisiert vor der 'Materialisierung' des Virtuellen im Computer) Vorform des Internetkomerzes, wie wir sie in der Vermarktung der neuen virtuellen Welten erleben, begriffen werden. Ich verkaufe den Leuten gegen viel Geld etwas beliebig Duplizierbares mit einem Gebrauchswert von 0. Im gewissem Sinn verkaufe ich sowohl in der Esoterik wie in virtuellen Welten den Menschen ihre eigenen Immaginationen. Denn es sind ja diese Immaginationen die (gebrauchs)wertloses mit Wert ausstatten.
- Unter - http://www.agpf.de/Esoterik.htm - findet Ihr einen Link zu Esoterik- und Sektenkritik.
Esoterik Naturwissenschaft. Recht(s)gläubige Abspaltungen der Naturwissenschaft - Text zur Kritik von Esoterik Ingenieur Ideologie und Naturwissenschaft Totalitarismus Scheinwissenschaft als Religion
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