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Individualrassismus - der Rassismus der Gene




Rassismus ist nicht gleich Rassismus. In den 90er Jahren wurde in den antirassistischen Analysen über Entwicklungen in der modernisierten faschistischen Rechten festgestellt, daß ein biologischer Rassismus zunehmend durch einen kulturalistisch geprägten abgelöst würde. Angesichts der Entwicklungen in der Bio- und Gentechnologie, mit ihren Konstruktionen von genetischem Subjekt und ihrem Bild vom Körper als biologischer systemischer Maschine (einer Art Cyborg) scheint auch dies schon wieder überholt. Auch die Veränderungen in der Ökonomie lassen sowohl die alten biologischen Rassimustheorien, wie auch die kulturalistischen, in den Hintergrund treten. Obwohl der kulturalistische Rassismus weiterhin als Subströmung der dominanten Diskurse zur Durchsetzung von Herrschaft verwendet wird, z.B. in der Kulturkampfmetapher zwischen christlichem Abendland und islamischen TerroristInnen, ist dies doch nicht der dominante Diskurs in den kapitalistischen Metropolen mit Ihrer Tendenz zur Auflösung nationaler Ökonomien und der Fragmentarisierung der Gesellschaft.

In Westeuropa und den USA entwickelt sich vielmehr quer zu bisherigen Identitäten und teilweise unter Infragestellung der Grundlagen dieser Gesellschaft eine neue Art von Individualrassismus des persönlichen Genpools. Der Individualrassismus stellt sich dabei als eine Abwandlung des Sozialrassismus, wie ihn Michel Foucault definiert hat, dar.





Rassismusanalyse und Bio-Macht bei Foucault

Die Souveränitätsmacht als Macht des Schwertes, d.h. die Macht zu töten, die sich an der Grenze zwischen Leben und Tod konstituiert, wurde nach Foucault in der Neuzeit (19tes 20tes Jahrhundert) abgelöst durch das Konzept der Biomacht, die die Verwaltung des Lebens übernahm. Als Disziplinarmacht gegenüber dem Körper übernahm sie 'seine Dressur, die Steigerung seiner Fähigkeiten, die Ausnutzung seiner Kräfte, das parallele Anwachsen seiner Nützlichkeit und seiner Gelehrigkeit, seine Integration in wirksame und nützliche Kontrollsysteme'1 und als 'Biopolitik der Bevölkerung'2, als Normierungsmacht, regulierte sie 'die Fortpflanzung, die Geburten- und Sterblichkeitsrate, das Gesundheitsniveau'3 . Die Lebensdauer, die Langlebigkeit mit all ihren Variationsbedingungen wurde zum Gegenstand eingreifender Maßnahmen. Und Michel Foucault schreibt weiter;
'Diese Bio-Macht war (..) ein unerläßliches Element bei der Entwicklung des Kapitalismus, der ohne kontrollierte Einschaltung der Körper in die Produktionsapparate und ohne Anpassung der Bevölkerungsphänomene an die ökonomischen Prozesse nicht möglich gewesen wäre. Aber er hat noch mehr verlangt: das Wachsen der Körper und der Bevölkerungen, ihre Stärkung wie auch ihre Nutzbarkeit und Gelehrigkeit; er brauchte Machtmethoden, die geeignet waren, die Kräfte, die Fähigkeiten, das Leben im ganzen zu steigern, ohne deren Unterwerfung zu erschweren.'4
Es ging nicht mehr darum, auf dem Feld der Souveränität den Tod auszuspielen, sondern das Lebende in einem Bereich von Wert und Nutzen zu organisieren.
'Der Sex eröffnet den Zugang sowohl zum Leben des Körpers wie zum Leben der Gattung. Er dient als Matrix der Disziplinen und als Prinzip der Regulierungen.'5 (..) 'Die Mechanismen der Macht zielen auf den Körper, auf das Leben und seine Expansion, auf die Erhaltung, Ertüchtigung, Ermächtigung oder Nutzbarmachung der ganzen Art ab. Wenn es um Gesundheit, Fortpflanzung, Rasse, Zukunft der Art, Lebenskraft des Gesellschaftskörpers geht, spricht die Macht von der Sexualität und zu der Sexualität, die nicht Mal oder Symbol ist, sondern Gegenstand und Zielscheibe.'6. Das Sexualitätsdispositiv wurde damit zu einem Dispositiv der Bio-Macht, der Macht, Leben zu machen und in den Tod zu stoßen.

Als Ergänzung müßte neben dem von Foucault genannten männlichen Sexualitätsdispositiv als Sexualitätdispositiv der Frau, die Mutterschaft genannt werden. In ihr, durch sie, wurde sie Teilhaberin in der Sphäre der Bio-Macht, letztendlich aber an dieses Dispositiv gekettet. Eine Frau war nur als Mutter real.7

Die Bio-Macht diffundierte dabei in die Gesellschaft. Die Objekte der Macht wurden zumindest zum Teil auch zu ihren Subjekten.
Mit dem Tod des Souveräns (also historisch in Frankreich mit der Französischen Revolution) wurden die bisher nicht souveränen Elemente/Individuen des Regimes zu ProtagonistInnen der Macht. Die neuen AgentInnen der Macht waren also gleichzeitig Teil der Bevölkerung. Somit waren die MachthinhaberInnen gleichzeitig KonsumentInnen der Macht; einer Macht von der sie sich nun bedienen ließen; die Bedienten und die DienerInnen der Macht wurden kongruent, da sie gleichzeitig Objekt der Macht und machkonstituierendes Subjekt waren.
Dies bedeutete aber nicht Gleichheit, zwar war das Machtmonopol zugunsten einer Dezentralisierung aufgehoben, es gab jedoch immer noch Subjekte, die größeren Anteil an der aktuellen Veränderung/Dynamik des Machtdiskurses hatten als andere. Wenn wir davon ausgehen, daß alle Objekte der Macht waren, so besaßen doch nicht alle das gleiche Maß souveräner Subjektrechte. Der gleichsam feudal kostituierte Stand der "Frau" war in der politisch-öffentlichen Sphäre unsichtbar, ja inexistent. Die Subjektfrau wurde sichtbar lediglich im privaten Raum der Familie. Diese Privatheit war jedoch öffentlich kontrolliert und unterstand der Disziplinarmacht. Hier wurde ihr subjektives Tun und Unterlassen objektiviert und in den Kanon der Norm eingelassen.

Zu sehen ist, daß auch die Macht bei Foucult nicht die Subjektposition einnimmt, vielmehr existieren die Subjekte weiter, nur sind sie gleichzeitig der Macht, die sie ausüben, auch selber ausgesetzt, ja sie konstituieren sich überhaupt erst in der Auseinandersetzung mit der Macht als Subjekte, in der Machtpraxis.8

Dieses Verständnis von Macht ermöglicht es letztendlich eine Entstaatlichung des Rassimus auf der ideologischen Ebene zu denken, eine Art Privatisierung der Reproduktion rassistischer Ideologie. Genau dies ist aber auch eine der Vorraussetzungen um überhaupt so etwas wie Individualrassismus, also einen Rassismus, der Unterschiede bis auf die Ebene jedes einzelnen Individuums konstruiert, zu denken, denn obrigkeitsstaatlich zentralistisch ließe sich eine derartige Individualisierung des Rasssismus nicht umsetzen, sind doch übegreifende Kategorisierungen die Substanz staatlicher Herrschaft.
Außerdem geht es hier beim genetischen Rassismus - Individualrassismus - um ein Ideologie, die vor allem dadurch so bedrohlich ist, daß sie sich jeder/jedem Einzelnen als individuelle internalisierbare Indentitätskategorie anbietet.


Entsprechend den beiden ineinanderlaufenden Linien der Disziplinarmacht und der Biopolitik der Bevölkerung ergaben sich für Foucault zwei Serien die auf Biomacht und Individualrassismus im 19ten und 20ten Jahrhundert zutrafen: 'die Serie Körper-Organismus-Disziplin-Institution und die Serie Bevölkerung-biologische Prozesse-Regulierungsmechanismen-Staat. Ein organisches institutionelles Ganzes: Die Organo-Disziplin der Institution und auf der anderen Seite ein biologisches und staatliches Essemble: Die Bio-Regulierung durch den Staat.'9
Aus der Verknüpfung ergab sich die Normalisierungsgesellschaft. 'Die Norm, das ist das, was sich ebensogut auf einen Körper, den man disziplinieren will, und auf eine Bevölkerung, die man regulieren will, beziehen kann. Die Normalisierungsgesellschaft ist folglich unter diesem Gesichtspunkt keine verallgemeinerte Disziplinargesellschaft, deren Disziplinarinstitutionen ausgeschwärmt wären und schließlich den gesamten Raum erfaßt hätten - dies ist, wie ich glaube nur eine erste unzureichende Intepretation der Idee der Normalisierungsgesellschaft. Die Normalisierungsgesellschaft ist eine Gesellschaft, in der sich gemäß einer orthogonalen Verknüpfung die Norm der Disziplin und die Norm der Regulierung miteinander verbinden'.10

Foucault analysiert den modernen Rassismus, besonders bezogen auf den deutschen Nationalsozialismus, als ein Konzept des Staatsrassismus11, das auf dem hier erläutertem Konzept der Bio-Macht und der mit ihr verknüften Normalisierungsgesellschaft basiert.
'Der Rassismus sichert so, so glaube ich, die Funktion des Todes innerhalb der Ökonomie der Bio-Macht gemäß dem Prinzip, daß der Tod der anderen die biologische Selbst-Stärkung als Mitglied einer Rasse oder Bevölkerung ist, insofern man Element in einer einheitlichen und lebendigen Pluralität ist. Wie sie sehen, sind wir hier im Grunde sehr weit entfernt von einem Rassismus, der tradidionellerweise in schlichter Geringschätzung der Rassen für einander, in ihrem wechselseitigen Haß gegeneinander besteht. Wir sind auch sehr weit von einem Rassismus entfernt, der so etwas wie eine ideologische Operation darstellte, durch die der Staat oder eine Klasse versuchten, die gegen sie selbst gerichteten oder im Gesellschaftskörper brodelnden Feindseligkeiten gegen einen mythischen Gegner zu lenken. (..) Das Nebeneinander oder vielmehr das "durch die Bio-Macht hindurch Wirken" der alten souveränen Macht über den Tod impliziert das Funktionieren, das Auftreten und die Aktivierung des Rassismus. Und genau hier wurzelt er tatsächlich.'12
'Der Rassismus ist zunächst das Mittel, um in diesem Bereich des Lebens, den die Macht in Beschlag genommen hat, einen Einschnitt einzuführen: einen Einschnitt zwischen dem, was leben muß und dem, was sterben muß.
(..) Dies ist die erste Funktion des Rassismus: fragmentieren, Zäsuren innerhalb des Kontinuums vorzunehmen, auf das sich die Bio-Macht richtet.
Andereseits hat der Rassismus eine zweite Funktion: Er hat die Aufgabe, eine positive Beziehung von der Art zu begründen: "Je mehr Du tötest, je mehr Du sterben machst, umso mehr wirst Du deshalb leben" (..) "je mehr die minderwertigen Rassen verschwinden, je mehr die anormalen Individuen eliminiert werden, umso weniger Degenerierte wird es im Verhältnis zur Spezies geben, umso mehr werde ich nicht als Individuum, sondern als Spezies leben." Die Rasse, der Rassismus, das ist die Akzeptabilitätsbedingung des Tötens in einer Normalisierungsgesellschaft.'
13
'(..) darüber hinaus wird der Krieg - und dies ist absolut neu - Ende des 19. Jahrhunderts als eine Art und Weise erscheinenen, nicht nur die eigene Rasse zu stärken, indem man die gegnerische Rasse eliminiert (entsprechend den Motiven der Selektion und des Kampfes ums Dasein), sondern zugleich als eine Weise, die eigene Rasse zu regenerieren. Je mehr von uns sterben, desto reiner wird die Rasse sein, der wir angehören.'14 15 16


Foucault schränkt seinen Rassismusbegriff aber nicht auf den für den Nationalsozialismus und auch für den heutigen kulturalistischen Rassismus dominanten ethnischen Rassismus ein, vielmehr denkt er unter diesem Begriff auch die unterschiedlichen Formen eines Sozialrassismus, wie er z.B. in der Sowjetunion relevant war und in den USA von Eugenikern gefordert wurde;
'(..) Und so finden Sie ganz von alleine den Rassismus wieder - nicht den eigentlich ethnischen Rassismus, sondern den Rassismus evolutionistischen Typs, den biologischen Rassismus, der in den sozialistischen Staaten (des sowjetischen Typs) gegenüber den Geisteskranken, den Kriminellen, den politischen Gegnern usw. funktionierte.'17

Auch dieser erweiterte Rassismusbegriff bietet eine gute Grundlage um zu begreifen, wie ein genetischer Individualrassismus in die kapitalistische18 Rationalität eingebettet ist. Denn auch wenn die Grundlagen der foucaultschen Analyse so nicht mehr zutreffen auf die postmoderne Gesellschaft, so ist doch diese Analysekategorie eine gute Verständnisgrundlage dafür, zu begreifen, unter welchen Bedingungen, sich welche Form des Rassismus als hegemonial etabliert.
Die Hegemonie einer Form schließt dabei die Latenz und damit auch Wirksamkeit anderer nicht aus, im Gegenteil kann sich die Verschränkung der unterschiedlichen Rassismen gegenseitig stabilisieren, wenn es dazu kommt, daß ein Außerhalb gar nicht mehr gedacht werden kann, und die Wahlmöglichkeit nur noch zwischen den unterschiedlichen rassistischen Formationen zu bestehen scheint.

Schaue ich mir dazu genauer die biopolitische Konzepte der Neuen Rechten aus den 90er Jahren an.

Unter Neuer Rechter begreife ich das Geflecht von Gruppen und Zirkeln um die Publikationen 'Junge Freiheit', 'Nation Europa', 'Criticon', 'Mut' und 'elemente'19, aber auch Texte, wie sie sich z.B. als Diskussionsgrundlage in einem rechtsradikalem Diskussionsforum wie der Thule-Mailbox finden lassen.20

Nach einem Zitat von Etienne Balibar ist 'der neue Rassismus ein Rassismus der Epoche der "Entkolonialisierung", in der sich die Richtung der Bevölkerungsbewegung zwischen alten Kolonien und den alten "Mutterländern" umkehrt (...) Ideologisch gehört der gegenwärtige Rassismus (...) in den Zusammenhang eines "Rassismus ohne Rassen" (..): eines Rassismus, dessen vorherschendes Thema nicht mehr die biologische Vererbung, sondern die Unaufhebbarkeit der kulturellen Differenz ist.'21
d.h., 'daß ein platter biologischer Rassismus durch einen differentiellen, kulturalistischen Rassismus abgelöst'22 wird, 'auch wenn für das rassistische Altagsdenken konstatiert werden muß, daß hier kaum zwischen diesen Formen von Rassismus getrennt wird, daß Vermengungen stattfinden, vermutlich, weil im Alltagsdenken alles Soziale naturalisiert und biologisiert wird.'23
Die Neue Rechte hat dabei Teile der Theorie Antonio Gramscis übernommen und versucht die kulturelle Hegemonie zu erreichen. Sie greift dabei bewußt auf die biologischen Wissenschaften zurück um den von Gramsci gefaßten Alltagsverstand und damit die verbreiteten Lebens- und Moralauffassung zu prägen.24
Für die Neue Rechte bleibt der Mensch dabei '"ein primär durch biologische Evolution, Rasse und Instinkt bestimmtes Wesen" (Bartsch 1976, S 43) Der Mensch wird von ihr jedoch, und hier liegt ein Unterschied zur alten Rechten vor, "in der ständigen Spannung zwischen Natur und Geist" (ebenda) beschrieben: "Er wird von ihr weder als unveränderlich noch als knetbar" betrachtet.'25 Die Neue Rechte verbleibt damit in einem ethnorassistischem Diskurs der aber kulturalistisch legitimiert wird, in enger Anknüpfung an Verhaltensforscher wie Irenäus Eibl-Eibesfeld. Die "Festellungen" und daraus resultierenden Forderungen sind dann auch sehr ähnlich.
So heißt es bei Eibl-Eibesfeld, eine 'harmonische Koexistenz verschiedener Ethnien setzt voraus, daß jede ihr eigenes Teritorium besitzt und Dominanz durch andere nicht fürchten muß. (..)' Eine 'ethnische Mischpopulation' schafft eine 'konfliktträchtige' 'Situation', 'weil wir Menschen auch territorial veranlagt sind'26 Wie die Neue Rechte sieht er also die rassistische Gewalt als biologische Reaktion auf "Überfremdung".
Und auch die Schlußfolgerungen sind in beiden Fällen identisch. Heißt es aus den Reihen der neuen Rechten; 'Wenn man, mit vollem Recht, die Ethnozide an den Primitiven durch die Europäer anprangert, dann darf man den Europäern nicht verbieten, ihre eigene Ethnie zu erhalten'27, so ist dies bei Eibl-Eibsfeld nur etwas anders formuliert; 'Die "meisten Biologen" sind "für ethnischen Pluralismus und damit auch für die Erhaltung der eigenen Ethnie"'28
Ergänzt werden diese Gedanken durch eugenische Forderungen.

Die Übersetzung der Diskurse über Rassen in Kultur macht gerade ihre ideologische Wirksamkeit aus, 'Die Diskurse über Rassen sind ohne diese Übersetzung in "Kultur" kaum denkbar, da sie sich so in die sozialen Praxisformen einschreiben. Mehr noch: die Verknüpfung von "Rasse" und "Kultur" ist in allen Artikulationen des Rassismus der dominante interdiskursive Effekt. (...) Die Evidenz der Identität von "Körper" und "Kultur" (...) läßt die Diskurse über Rassen zwischen Alltagswissen und Wissenschaft gleiten.'29

Aber auch die Sozialwissenschaften bieten Anknüpfungspunkte für soziobiologische Theorien, berücksichtige ich z.B. ethnorassistische Stellungnahmen Max Webers.

Ausgehend von Foucault ist auch der kulturalistische Rassismus nicht als antiaufklärerisches Artefakt, als irrational, zu begreifen, sondern gerade als Teil der politischen Rationalität, also als Teil des Konzeptes der Bio-Macht.
Das sich die Bedingungen für diese aber in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert haben, und dies gilt sowohl für die Produktions- wie für die Geschlechterverhältnisse in Westeuropa und den USA ist sehr zweifelhaft das ein soclcher ethnischer Rassismus heute noch hegemoniefähig ist.

Zu betrachten sind die Bedeutung der Genetik im Zusammenhang mit der Wirkungsweise eines sich verändernden Sexualitätsdispositivs, den sich verändernden Geschlechterverhältnissen und der (hetero)sexuellen Norm und dies alles im Zusammnhang mit den Veränderungen der gesellschaftlichen Organisation der Produktion.






Individualrassismus - Zur Hegemoniefähigkeit rassistischer Diskurse im Posttaylorismus30

Als Ausgangspunkte zur Klärung der Frage der Hegemoniefähigkeit rassistischer Diskurse werde ich deshalb im folgenden auf zwei gesellschaftliche Entwicklungen in ihrem Ineinandergreifen ausführlicher eingehen;
- die wirtschaftlichen Umbrüche und den Strukturwandel der Industriegesellschaft im Zusammenhang mit der technologischen Entwicklung und den politischen Veränderungen des letzten Jahrzehnts,
- den Wandel des Sexualitätsdispositivs und Umbrüche im Geschlechterverhältnis im Zusammenhang mit den Veränderungen in den biologischen Wissenschaften.

Durch die Internationalisierung des Kapitals und die Umstrukturierungen der Produktion, die jederzeit die Möglichkeit der Verlagerung von Produktionsstandorten ermöglichen, stehen qualifizierte Arbeitskräfte im Übermaß zur Verfügung. Joachim Hirsch und Roland Roth schreiben in ihrer Analyse der gesellschaftlichen Umbrüche in den 80er Jahren; es 'ist eine erhebliche Heterogenisierung der Gesellschaftsstruktur, der Arbeitsverhältnisse und der sozialen Lage zu erwarten, die zu einer Auswucherung gesellschaftlicher Fragmentierungen führt. Der kapitalverwertungsrelevante Effekt einer erfolgreichen Spaltung und Hierachisierung der Gesellschaft besteht darin, daß das materielle Reproduktionsniveau insgesamt bei größer werdenden Ungleichheiten zurückgeht. Gleichzeitig bleibt eine vielfach geschichtete und tendenziell überqualifizierte, mobil gehaltene Reservearmee für die Zwecke peripherer und fluktuierender Lohnarbeit verfügbar. Vom Prozeß der "Hyperindustrialisierung" übergangene Bedürfnisse, vom Körnerladen bis zum Bioenergie- und Selbsterfahrungs-Workshop können von einem marginalisierten und sich materiell recht dürftig reproduzierenden "informellen Sektor" befriedigt werden.'31
Damit wird eine Aufsplittung der Gesellschaft beschrieben, die die Funktionsfähigkeit ethnorassistischer Konzepte, vor allem aufgrund der hohen Anforderungen an Flexibilität und Variabilität der einzelnen Individuen inadäquat erscheinen läßt.
Durch die Veränderung der gesellschaftlichen Organisationsstruktur zerfällt das Bewußtsein über die Zusammenhänge der Gesellschaft, es entsteht das Bild einer partikularisierten Menge selbstreferentieller Systeme, die über Warentauschbeziehungen und kommunikative Netze verbunden sind.
Eine solche Gesellschaft blendet dabei Teile ihrer Grundlagen aus und entwertet sie. Zumindest für den Nidriglohnsektor gilt, die Existenz real lebender Menschen wird als Naturtatsache vorausgesetzt und entsprechend ihre Arbeit als Natur angeeignet, und die Kosten für die Reproduktion werden individualisiert. Ausgeblendet werden auch bestimmte Teile der Reproduktion dieser Systeme. Saskia Sassen, Profesorin für Urbanistik an der Columbia Universität, führt dazu unter anderem aus: 'Die Unternehmenskultur eliminiert geringfügige wie gewichtige Unterschiede zwischen den sozio-kulturellen Millieus zu einem einzigen amorphen "Anderen", das in der Ökonomie keinen Platz hat und von den schlecht bezahlten Jobs einer angeblichen Randökonomie lebt. So lassen sich diese Jobs und jene, die sie ausführen, stets aufs neue entwerten. Nur durch das Verschweigen dieser Strukturen und ihrer Zusammenhänge mit dem Zentrum der Ökonomie und die Konzentration auf die zentralen Sektoren kann die herrschende Wirtschaftstheorie die Ökonomie als Einheit höherer Ordnung präsentieren. Die Tatsache, daß der größte Teil der tagsüber in den Konzernstadt Beschäftigten niedrig bezahlte SekretärInnen, vor allem Frauen, viele davon Einwanderinnen oder Afro-Amerikanerinnen, sind, wird weder in der Abbildung der Konzernwirtschaft noch der Unternehmenkultur berücksichtigt. Und die Tatsache, daß nachts in diesen Räumen eine ganz andere Abteilung von Beschäftigten wirkt, einschließlich der Büros der höchsten Konzernspitzen, und dieser Raum von einer völlig anderen Kultur (manuelle Arbeit, oft Musik, Essensspausen um Mitternacht) beherrscht wird bleibt unsichtbar.'32
Die Abhängigkeit der herrschenden Ökonomie von diesem Arbeitskräften tritt nicht mehr in Erscheinung, da sie scheinbar immer im Überfluß vorhanden sind. Der Kapitalismus ist von einer Phase des Arbeitskräftemangels in eine Phase des Arbeitskräfteüberschusses übergegangen. Arbeitskraft scheint, und dies ähnelt der Sichtweise auf Rohstoffe zu Beginn der Industrialisierung, in beliebigen Maße verfügbar.
Das Foucaultsche Konzept der Bio-Macht als Machtkonzeption der Verwaltung des Lebens, d.h. der Sicherung der Resource menschliche Arbeitskraft durch vielfätige staatliche Maßnahmen, wird inzwischen zunehmend durch eine Politik der Selektion abgelöst. Der Auflösung sozialer Sicherungs- und Kontrolsysteme, der Privatisierung der Ausbildung, der Individualisierung von Krankheitskosten steht die zunehmende Konkurrenz und Erhöhung der Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt33, die Etablierung vorgeburtlicher genetischer Diagnostik und eugenischer Indikation, die verschärfte Selektion der Einwanderung u.a. gegenüber. Nicht das Konzept der Sozialtechnologien der Bevölkerungsplanung im Nationalsozialismus entspricht modernen bio-politischen Machttechnologien, viel eher lehnen diese Machttechnologien sich an die Technologie der Rampe an, die eugenische Technologie der Selektion.

Insofern lebe ich im 21. Jahrhundert in der BRD nicht mehr in einer Gesellschaft für die die Bio-Politik des, 'Leben machen und in den Tod stoßen'34, gilt, sondern in einer sehr viel vergleichgültigteren Situation einer Bio-Politik des, 'Leben und Sterben lassens'35.

Dies fällt zusammen mit dem Zersetzung des Sexualitätsdispositivs der Frau, der Mutterschaft, unter anderen durch die Gentechnologie.36 Eine Wissenschaft die auch wesentliche Rückwirkungen auf die Soziobiologie und damit auf den Rassismus hat. Die "Frau", genauer die Mutter, wird zur autonomen Produktionseinheit des menschlichen Lebens. Als Subunternehmerin ist sie zukünftig für die Qualität ihrer Produkte allein verantwortlich, d.h. verantwortlich zu machen, bzw. als Verlagsarbeiterin zur Ablieferung ihrer Produkte verpflichtet.37



Negiert wird damit die gesellschaftliche Relevanz der Mutterschaft und ihre soziopsychischen Dimensionen. Die Mutter wird auf die Gebärmutter reduziert und diese wiederum als schlecht berechenbare und potentiell den Produktionsablauf störende Maschine begriffen. Am ideal einer perfekten Maschinengebärmutter gemessen erscheint die Biologie als zweitklassig und nachbesserungsbdürftig. Und dies funktioniert obwohl eine derartige ideale Maschine nicht existiert, und materiell auch gar nicht umsetzbar ist. Die perfekte Maschinengebärmutter ist ein rein virtuelles Gebilde, ein Simulacrum.
Negiert wird damit auch die Dimension des Körpers und der Sexualität in diesem Zusammenhang. Der Geburtsvorgang wird entsexualisiert. Das Sexualitätsdispositiv der "Frau", die Mutterschaft wird dekonstruiert. Wurden bisher die Tätigkeiten und Generativität von Frauen als Naturresource angeeignet, einer Natur die aber sorgsamer Überwachung bedurfte, so wird jetzt dieser Zusammenhang negiert. Frauen wird die Wahl nahegelegt zu geschlechtslosen Männern zu mutieren38, oder in der Negierung, als Randexistenz die Subsistenz der Gesellschaft zu sichern, als SubunternehmerInnen der Gen- und Reproduktionstechnologieindustrien.

Aber auch das männliche Sexualitätsdispositiv39 verändert sich.
Auf der einen Seite läßt sich dies mit Wolfgang Hegener fassen, der schreibt; 'Die sexuelle Modernisierung ist mit zwei zentralen Entwicklungstendenzen verbunden: mit einer Autonomisierung und mit einer Rationalisierung der Sexualität.'40 und 'Der zur universellen Norm erhobene Orgasmus wird zur Bemessungs- und Regulierungsgrundlage für eine Sexualität, die fortan nicht mehr in Begriffen von Moral, sondern von Gesundheit und Hygiene gefaßt wird'41. Dies findet sich sowohl in der Anti-AIDS-Kampagne wie in der Gentechnologie wieder.
Das Ideal der sauberen, geplanten, verantwortlichen Sexualität erfüllt sich nicht nur in durchgeplanter SM-Sexualität oder im Cybersex42, als Leitbild der sexuellen Avantgarden, die zweite Seite dieses Sexualitätsdispositivs ist der verantwortungsbewußte Umgang mit dem eigenen Erbgut. Die männliche Konkurrenz und Agressivität findet sich transformiert in dem Kampf der Spermien um den Platz an der Sonne.



Die Konkurenz der Gene, gleichgesetzt mit dem Sperma, ist nicht nur ein männliches, sondern auch ein patrilineares und heterosexuelles Konstrukt. Von der Konkurenz der Eier im Eierstock habe ich noch in keiner Zeitung etwas gelesen. Gene haben ein Geschlecht, sie sind männlich.43 Sie sind darüber hinaus heterosexuell. Nicht umsonst wird zum Beispiel nicht die Möglichkeit einer induzierten Partogenese44 erforscht.

In den Studienheften zum Funkolleg der ARD (ca. 20.000 HörerInnen) erstellt in Zusammenarbeit mit den Deutschen Volkshochschulen hört sich dasselbe wie folgt an; 'Männer können durch Paarung mit verschiedenen Frauen ihren Reproduktionserfolg erheblich steigern. Frauen hingegen können ihr von vornherein wesentlich limitierteres Reproduktionspotential durch häufig wechselnden Geschlechtsverkehr quantitativ nicht erhöhen [...] Frauen können ihren Reproduktionserfolg am effektivsten verbessern, indem sie durch optimale Versorgung ihrer Kinder deren Sterblichkeit senken. Deshalb ist zu erwarten, daß Frauen in der Auswahl ihrer Partner zurückhaltender und kritischer als Männer sind, und das sie dabei besonders auf deren Willigkeit und Fähigkeit zur Investition in allfällige Nachkommen achten. [...] Ein gravierendes Problem stellt die Sicherung der eigenen Vaterschaft dar. Denn während jede Frau absolut gewiß sein kann, daß sie selbst die genetische Mutter jedes von ihr geborenen Kindes ist, kann ein Mann nie absolut sicher sein, daß ein zur Welt gekommenes Kind auch von ihm gezeugt wurde. [...] Männer werden deshalb Systeme zur Überwachung der Partnerinnen entwickeln. Diese Geschlechtsunterschiede beeinflussen nicht nur die Beziehungen zwischen Männern und Frauen. Sie wirken strukturierend auf die sozialen Organisationsformen aller Säugetierarten - mit denen der Homo sapiens ja einen Großteil der Evolutionsgeschichte teilt'45.
'Indem Frauen (gerade auch mittels heimlicher Ovulation)46 Fruchtbarkeit und Paarungsbereitschaft signalisieren, verschärfen sie den Konkurenzkampf unter den Männern und "züchten" auf diese Weise geradezu eine Elite von Männern mit entsprechenden Merkmalen heran'47.
Die Zitate stammen von zwei Wissenschaftlern des Instituts für Anthropologie in Göttingen.
Der Soziobiologe Richard Dawkins spricht explizit vom 'egoistischen Gen' und dem Menschen als, 'eine von ihren eigennützigen Genen blind programmierte Maschine'.
Der Kult der Gene, dessen Vorraussetzungen eben gerade die oben genanntenn Ausgrenzungen sind, konstituiert patrilineare Stammbäume die den Begriff des Geschlechts in mittelalterlicher Bedeutung, des Geschlechts von, nahelegen. Das Individuum ensteht nicht mehr aus einer Vielfalt von Einflüßen, unter denen sowohl Mutterschaft, wie genetische Faktoren einen kleinen Teil bilden, das Individuum ist sein Gen, d.h. es ist das Gen des Vaters.

Rassistische Konzepte, die Hegemoniefähigkeit erreichen wollen, müssen diesen Umbrüchen in der Gesellschaft Rechnung tragen. Dies gilt erstens für die wirtschaftlichen Umbrüche, den Zerfall der Nationalökonomien, bzw. ihrer Internationalisierung.
Und dies gilt zweitens für die Veränderungen des Sexualitätsdispositives als Verknüpfungspunkt zwischen individuellem Körper und der Bio-Politik im Zusammenhang mit den wissenschaftlichen Entwicklungen im Bereich der Biologie und den damit einhergehenden Umbrüchen in der Soziobiologie48. Insbesondere gilt dies für die Verschiebung des wissenschaftlichen Hintergrundes der Soziobiologie weg von der Verhaltensforschung hin zur Gentechnologie.
Außerdem ist hier auch noch einmal die Bedeutung des Körpers49 und die, die individuelle Patrilinearität sicherstellende, Struktur des heterosexuellen Sexualitätsdispositivs50 zu betonen. Der Körper spielt sowohl in rassistischen wie sexistischen Diskursen eine entscheidende Rolle.
'1. Analog zum Geschlecht ist auch bei Rasse der Körper ein Zeichen. Wie Geschlecht wird Rasse über eine spezifische Sozialität an den Körper gebunden und handelnd hergestellt. Im Feld wird der bezeichnete Körper als Wirklichkeit erfahren, die er ist. Damit geht eine soziale Evidenz einher, die gleichsam unhintergehbar erscheint.
2. Analog zu Geschlecht läßt sich bei Rasse eine spezifische Vergesellschaftungsform beschreiben. Für die Machtchance, von der Weber sprach, ist die leibliche Dimension von Sozialität bedeutend, oder, um mit Simmel zu sprechen, das wechselseitige Wissen vergesellschaftet zu sein, manifestiert sich auch in der Sozialität der Leiblichkeit.'
51
Das heißt abhängig davon, welchem Geschlecht mein Körper zugeordnet wird, welcher Rasse ich über meinem Körper zugeordnet werde, werden mir völlig unterschiedliche Möglichkeiten, der Teilnahme an und Einflußnahme auf gesellschaftliche Entwicklungen, zugebilligt. Der Körper wird in diesem Prozeß erst als solcher konstituiert, das heißt mit Bedeutung aufgeladen. Da die genetischen Zuordnungen zu einem nicht unerheblichen Teil quer insbesondere zu den rassistischen Zuordnungen liegen, ist eine Änderung der Vergesellschaftungsformen bzgl. Rasse und Geschlecht notwendig, d.h. zu erwarten ist ein erheblicher Wandel des Verständnisses von Körper, sowohl bzgl. Geschlecht wie Rasse.

Ausgehend von den oben dargestellten Umbrüchen im wirtschaftlichen Bereich ist mit der Auflösung der Nationalökonomien eine Auflösung einer nationalstaatlich orientierten Bio-Politik, bzw. ihr Umbau zu erwarten. Die Umstrukturierungen führen wie oben beschrieben zu 'einer erheblichen Heterogenisierung der Gesellschaftsstruktur, der Arbeitsverhältnisse und der sozialen Lage (..), die zu einer Auswucherung gesellschaftlicher Fragmentierungen führt'.
Da diese Ausgrenzungen, unter dem bio-politischen Prinzip des 'Leben- und Sterben lassens', durchaus bis zum Sterbenlassen gehen, ist nach dem Foucaultschen Konzept der Bio-Macht eine rassistische Spaltung entlang dieser vielfältigen Linien zu erwarten. Eine Spaltung, die ziemlich genau dem von ihm beschriebenen Konzept des 'Rassismus evolutionistischen Typs, den biologischen Rassismus, der in den sozialistischen Staaten (des sowjetischen Typs) gegenüber den Geisteskranken, den Kriminellen, den politischen Gegnern usw. funktionierte', entspricht.
Dieser biologische Rassismus findet sich auch wieder in den Konzepten der Gentechnologie, in denen der ethnische Rassebegriff keinen eigentlichen Sinn macht. Relevant ist in diesem Konzept nicht der 'Lebensraum'52 oder die Hautfarbe, sondern die individuelle genetische Disposition. Im Sinn eines hegemonialen Diskurses sehe ich hier viel eher die Gefahr als im ethnorassistischen Diskurs der Neuen Rechten. Dieser Individualrassismus wäre ein Rassismus der Gene und würde sich auf den individuellen Genpool beziehen53, er hätte verschiedene Funktionen.
- Der Individualrassismus negiert die historisch konstituierten realen sozialen Differenzen in dem er sie biologisiert und eine formale (juristische) Gleichheit postuliert, die eben gerade die Vernachlässigung der unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen beinhaltet.
- Er entsolidarisiert die Gesellschaft vollständig da die von Foucault für den Rassismus formulierten Sätze nun für jedes einzelne männliche (zumindest virtuell männlich im Sinne Hegeners siehe Fußnote 7) Individuum gelten.
- Er schafft eine hohe Identifikation mit der erreichten Stellung im Sinn eines, "ich bin der für diese Position aufgrund meiner genetischen Disposition am besten Geeignete und an sich unersetzbar". Und diese Ideologie sichert den Status Quo im Sinne eines, " Wir haben die Macht weil wir die Besten sind, weil wir die Besten sind muß das so bleiben".
Real würde diese Form von Individualrassismus zu einer Fragmentierung der Gesellschaft und zur Verstärkung geschlechtlicher und rassistischer Ausgrenzung führen, ohne diese aber zu Totalisieren.

Eine ähnlich Position wird von Gerd Dressel54 vetreten, der die evolutionistische 'Soziobiologie als eine postmoderne Erscheinung' bezeichnet. 'Die Soziobiologie hat etwas Paradoxes, denn in ihr drücken sich einmal postmoderne Tendenzen der Selbstbezogenheit aus, andererseits bietet sie, was in den letzten Jahren selten geworden ist, ein neues anthropologisches Universalmodell an, das Aussagen über den Menschen schlechthin trifft'.
Es ist auch ohne Schwierigkeiten die Anschlußfähigkeit an eine individualistisch verstandene biologisierende Verhaltensforschung (Teritorium/Kampf um Sexualpartnerin (seltener Partner)/..) und einen entsprechenden kulturalistischen Diskurs, eine Übersetzung in Kultur, denkbar, wie sie für die Wirksamkeit als Ideologie benannt wurde. Die Zitate aus den Sendungen des ARD Funkkolleg sind hier nur ein Beispiel, in dem Artikel55 dem diese Zitate entnommen sind wird auch auf soziobiologische Positionen in Artikeln in den Zeitschriften Stern und Spiegel in diesem Zusammenhang mit Quellenangabe hingewiesen.

Eine Durchsicht der Texte zur Theorie der Neuen Rechten und ihrer Form eines kulturalistisch ethnischen Rassismus weist nur in sehr geringen Maß auf derartige Ansätze hin, ich halte sie aus diesem Grund für nicht anschlußfähig an hegemoniale wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskurse. Für relevanter halte ich die Stimmen aus der "Mitte" der Gesellschaft, die genannten Äußerungen führender Genetiker (seltener Genetikerinnen) und darauf aufbauende soziobiologische Konzepte, und ihre Verstärkung in den Medien.
Eine modernere Variante soziobiologischer Ansichten läßt sich z.B. in einem ganzseitigem Artikel56 in der Frankfurter Rundschau vom 18.9.95 zum Thema Bevölkerungswachstum und Energieverbrauch geschrieben von einem Zoologen finden. Dort wird nicht mit Ethnien sondern mit Verbrauchsäquivalenten (damit sind Menschen gemeint) argumentiert.

Zwar bieten die Konzepte Anknüpfungspunkte an ethnische Rassismuskonzepte, die Hegemonie dieses Rassismuskonzeptes schließen sie aber aus. Die Internationalisierung des Kapitals, und die erwünschte Konkurenz, z.B. zwischen indischen und deutschen InformatikerInnen auf einem internationalem Arbeitsmarkt, die ja gerade z.B. die Auslagerung und Individualisierung der Ausbildungs- und Reproduktionskosten ermöglicht, könnte nur gegen diese Interessen rückgängig gemacht werden. Eine derartige rechtspopulistische Strategie, ist nur in der wirtschaftlichen Peripherie als hegemonialer Diskurs denkbar. In der Gentechnologie erscheint ebenfalls eine ursächliche Verknüpfung der Gensequenzen für die Hautfarbe mit anderen genetischen Dispositionen nur sehr bedingt denkbar. Vorstellbar wäre aber die 'wissenschaftliche Feststellung', daß z.B. die schwarze Bevölkerung statistisch über einen schlechteren Genpool in ihrer Gesamtheit verfügt. Dies würde die Festschreibung des Status-Quo der bestehenden rassistischen und geschlechtlichen Diskriminierungen im Sinne ihrer biologischen Legitimation ermöglichen, eine individuelle grundsätzliche Ausgrenzung wäre nicht möglich.
Die latent weiterhin vorhandenen ethnisch-rassistischen Diskurse hätten gerade für die vereinzelten Individuen aber auch weiter eine nicht zu unterschätzende Wirkung. Der ethnische Rassismus ist auch als nicht allgemein hegemoniefähiger weiter ein funktionales Herrschaftsinstrument. Rassistische Gewalt, auch wenn sie nicht hegemoniefähig ist, tut als geduldete doch ihre Wirkung. Das Beispiel der BRD ist hier wohl hinreichend. Dies gilt insbesondere wenn der auf die Körper bezogene Begriff der Verletzungsoffenheit, in Anlehnung an den genannten Aufsatz von Theresa Wobbe, berücksichtigt wird. Der stigmatisierte Körper, der Körper der das Stigma darstellt, sei es der weibliche Körper oder der anderer Rasse, wird als der Verworfene, der schmutzige, als real ungeschützt erfahren. Die Verletzungsoffenheit ist eine als leibliche Realität erfahrene Struktur, sie bedeutet ein besonderes Bewußtsein des Ausgesetztseins gegenüber Gewalt.

Für eine Gegenargumentation ergeben sich ähnliche Probleme wie für die feministische Argumentation mit dem Begriff Selbstbestimmung.57
Die Argumentation für Gleichberechtigung wird aufgefangen über den Diskurs formaler Gleichheit, der eben gerade die Verhinderung eines Ausgleichs für unterschiedliche Ausgangsvorraussetzungen beinhaltet. Ein Beispiel für diese formale Argumentation bietet das EG-Urteil zur Quote.58 Die Begründung eigener Forderungen durch den Verweis auf Differenz wird wiederum über eine Biologisierung der Differenz für die weiterhin vorhandene rassistische Argumentation instrumentalisiert.

Die Ungleichzeitigkeiten, die sich aus der Parallelität latent vorhandener und weiterhin wirksamer ethnorassistischer Diskurse und den beschriebenen Umstrukturierungen ergeben, und die daraus resultierenden Widersprüche sind aber auch Ansatzpunkte für Handlungsmöglichkeiten. Aus widersprüchlichen Anforderungen ergibt sich sowohl die Möglichkeit von Prozessen der Bewußtwerdung über gesellschaftliche Verhältnisse wie auch unterschiedliche Möglichkeiten sich in der Realität zu konstituieren. Diesen Prozeß der individuellen Vergesellschaftung versuchen z.B. Frigga Haug u.a. mit der Methode der kollektiven Erinnerungsarbeit aufbauend auf der marxistischen Theorie und der kritischen Psychologie empirisch zu erfassen um damit Ansätze der politischen Handlungsfähigkeit zu gewinnen. ((9))

Gruppen, die die Umbrüche in der gesellschaftlichen Entwicklung zu nutzen versuchen, um Ausgrenzung aufzubrechen, indem sie, die gegen einen ethnischen Rassismus gerichteten, Tendenzen innerhalb des Modernisierungsdiskurses aufgreifen, werden damit letztendlich nur sehr bedingt erfolgreich sein, verstärken sie den, ohnehin schon von den VerliererInnen der Modernisierung als unerträglich empfundenen, Druck doch noch. Außerdem besteht das Problem, daß sie bei einem Eintreten für die kapitalistische Modernisierung kaum daran vorbeikommen auch die Bio-Politik dieser Modernisierung zu unterstützen und damit das Konzept des genetischen Individualrassismus.

Das enthnisch rassistische Feindbild ist nicht von der Zielrichtung der Gewalt aber von der Zielrichtung der Reethnisierung gerade gegen diese Modernisierung der Kapitalverhältnisse gerichtet und wird gerade deshalb in den kapitalistischen Zentren, wie der BRD, nicht hegemonial werden. Im Gegensatz zum bio-politisch aktuellen Individualrassismus ist der ethnische Rassismus ein Rassismus für den durchaus gilt, das er 'so etwas wie eine ideologische Operation darstellt, durch die der Staat oder eine Klasse versuchen, die gegen sie selbst gerichteten oder im Gesellschaftskörper brodelnden Feindseligkeiten gegen einen mythischen Gegner zu lenken'. Der ausgerufenen Kulturkampf zwischen Islam und Christentum ist dafür ein gutes Beispiel. Das heißt mit dem Ethnorassismus werden ModernisierungsverliererInnen59 "befriedet", der hegemoniale Rassismus in der postmodernen Gesellschaft ist aber der Individualrassismus.

Der Individualrassismus macht die Substanz realer Bio-Politik moderner Staaten aus, deutlich wird dies z.B. auch in den Versuchen Steuerungsmechanismen für die Einwanderung zu entwickeln, und dies geschieht eben nicht primär nach ethnischen Gesichtspunkten sondern nach individuellen kapitalistischen Verwetbarkeitskriterien.60

Ansatzpunkte für politisches Handeln gegen einen Individualrassismus liegen in der Dekonstruktion der Ausgrenzungen, die ideologisch funktionieren, z.B. des Aufzeigens der gesellschaftlichen Herausbildung des Individuums, im Gegensatz zum gentechnologischen Reduktionismus.
Das Gleiche gilt für die von Saskia Sassen benannten Funktionszusammenhänge. Das heißt ein Ansatzpunkt für die Organisation von Widerstand liegt auch in der Aufdeckung der Abhängigkeit der aktuellen Produktionsverhältnisse von den Marginalisierten und Geringverdienenden.
Ansätze solcher Widerstände finden sich weltweit.



Das Ausgegrenzte gewinnt auch an anderer Stelle Realität, im Unterbewußten, in der überwiegend von Männern durchgeführten Negation des eigenen Geborenseins, und in den daraus resultierenden psychischen Strukturen. Strukturen von Sexismus und Rassismus sind auch in diesem Bereich auf einander bezogen. Auch hier könnten Ansatzpunkte für Widerstand liegen.

Ausgehend von Foucault und dem hier diskutierten sind insbesondere auch das Körperverständnis und die Sexualität als Ansatzpunkte politischen Handelns zu begreifen.


Fin


J.Djuren





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Am unteren Ende dieser Seite findet Ihr noch einen kurzen Text zur Kritik der aktuellen Entwicklung des Zusammenhanges von Rassismus und Genetik - Genetik und Rassismus



Quellenhinweise

(1) Sebastian Reinfeld / Richard Schwarz - 'Bio-Macht' - DISS-Texte Nr.25 Duisburg 1993 (In dieser Publikation ist auf den Seiten 27 - 50 der Text 'Leben machen und sterben lassen: Die Geburt des Rassismus' von Michel Foucault abgedruckt.)
(2) Michel Foucault - 'Der Wille zum Wissen' (Sexualität und Wahrheit, Band 1) - [Paris 1976] dt. Übersetzung Frankfurt am Main 1977
(3) Judith Butler - 'Körper von Gewicht' - [New York 1993] dt. Übersetzung Berlin 1995
(4) Saskia Sassen - 'Wirtschaft und Kultur in der Global City' - in: Forum Wissenschaft 2/95 - Marburg Juni 1995
(5) Joachim Hirsch / Roland Roth - 'Das neue Gesicht des Kapitalismus' - Hamburg 1986
(6) A SEED Europe Office (HG.) - 'Europa im Abbruch' - Amsterdam 1993/1994
(7) Wolfgang Hegener - 'Das Mannequin' - Tübingen 1992
(8) Jean Amery - 'Jenseits von Schuld und Sühne' - München 1963
(9) Frigga Haug - 'Erinnerungsarbeit' - Hamburg 1990
(10) Christian Vogel, Volker Sommer - 'Drum prüfe, wer sich ewig bindet.. Mann und Frau.' - Funkkolleg "Der Mensch Anthropologie heute": Studieneinheit 8 - Tübingen 1992 (zitiert nach: Gert Dressel - 'Der postmoderne Rollback der egoistischen Gene' - in: Gero Fischer, Maria Wölflingseder (HG) - 'Biologismus Rassismus Nationalismus' - Wien 1995)
(11) Elisabeth Badinter - 'Die Mutterliebe. Geschichte eines Gefühls vom 17. Jahrhundert bis heute.' - München 1982
(12) Anna Dorothea Brockmann - 'Mein Bauch gehört mir?' - in: beiträge zur feministischen theorie und praxis 24/89 - Frankfurt 1989
(13) Ingo Loose - '"Eine feste Burg ..." Wie eine Süddeutsche Zeitung das Hohelied von der "Festung Europa" singt.' - DISS-Texte Nr.26 Duisburg 1993
(14) Angelika Magiros - 'Foucaults Beitrag zur Rassismustheorie' - Hamburg 1995
(15) Gert Dressel - 'Der postmoderne Rollback der egoistischen Gene' - in: Gero Fischer, Maria Wölflingseder (HG) - 'Biologismus Rassismus Nationalismus' - Wien 1995
(16) Richard Dawkins - ' Das egoistische Gen' - Berlin, Heidelberg, New York 1978 (zitiert nach: Gert Dressel - 'Der postmoderne Rollback der egoistischen Gene' - in: Gero Fischer, Maria Wölflingseder (HG) - 'Biologismus Rassismus Nationalismus' - Wien 1995 - in diesem Aufsatz ist eine Anzahl weiterer Quellen angegeben)
(17) Elke Heitmüller - 'Kybernetische Sinnlichkeit' - in:Ästhetik & Kommunikation Heft 87 - Berlin 1994
(18) Hubert Markl - 'Nicht Armut und Askese, sondern vernunftgeleitete Lebenskunst' - in:Frankfurter Rundschau Nr. 217 - Frankfurt 1995
(19) Urteil des EG Gerichtshofes - 'Rechtssache C-450/93 Gleichbehandlung von Männern und Frauen ... Vorrang der weiblichen Bewerber' - Luxemburg 17.10.1995
(Daß Männer zuerst genannt werden gilt für den gesamten Text)
(20) Theresa Wobbe - 'Die Grenzen der Gemeinschaft und die Grenzen des Geschlechts' - in: Theresa Wobbe, Gesa Lindemann (HG) - Denkachsen - Zur theoretischen und institutuionellen Rede vom Geschlecht - Frankfurt 1994





















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Fußnoten

1 ((2) Seite 166)
2 ((2) Seite 166)
3 ((2) Seite 166)
4 ((2) Seite 168)
5 ((2) Seite 174)
6 ((2) Seite 166)
7 Die Argumentationsfigur knüpft an Alltagserfahrung, die Erfahrungen von Frauen, daß sie, als Töchter, erst als Frau ernstgenommen wurden nachdem sie ihr erstes Kind bekommen hatten, an. Eine Analyse der bürgerlichen Konstruktion von Mutterschaft findet sich z.B. bei Elisabeth Badinter in ihrem Buch Die Mutterliebe. Geschichte eines Gefühls vom 17. Jahrhundert bis heute. ((11))
8 Genauer wird dies von Judith Butler gefaßt; 'In der Aussageform "der Diskurs konstruiert das Subjekt" [die nicht von Foucault ist] wird die Subjekt-Position der grammatischen Formulierung denn auch beibehalten, obwohl die Stellen von Subjekt und Diskurs vertauscht sind. Konstruktion muß mehr bedeuten, als eine derart simple Umkehrung der Begriffe. Es gibt Verteidiger wie Kritiker der Konstruktion, die diese Position unter strukturalistischen Vorzeichen denken. Oft heißt es bei ihnen, es gebe Strukturen, die das Subjekt konstruieren, unpersönliche Kräfte wie etwa die Kultur oder der Diskurs oder die Macht, wobei diese Begriffe den grammatischen Ort des Subjekts besetzen, (..) Diese Ansicht prägt die Fehllektüre, die Foucault dafür kritisiert, daß er die Macht "personifiziert": Wenn Macht als ein grammatisches und metaphysischen Subjekt fehlinterpretiert wird und wenn dieser metaphysische Ort innerhalb des humanistischen Diskurses der privilegierte Ort des Menschen gewesen ist, dann scheint die Macht den Menschen als Ursprung von Tätigkeit ersetzt zu haben. Wenn Foucaults Auffasung von Macht jedoch als eine Zerschlagung und Zersetzung dieser Grammatik und Metaphysik des Subjekts verstanden wird, wenn Macht die Bildung und Erhaltung des Subjekts orchestriert, dann läßt sich Macht nicht darstellen, als wäre sie von den Bestimmungen her das "Subjekt", das ja ihre Wirkung ist. Und hier wäre es auch nicht zutreffender, wenn man sagte, der Begriff "Konstruktion" gehöre an den grammatischen Ort des Subjekts, denn die Konstruktion ist weder ein Subjekt noch dessen Handlung, sondern ein Prozeß ständigen Wiederholens, durch den sowohl "Subjekte" wie "Handlung" erst in Erscheinung treten. Es gibt da keine Macht, die handelt, sondern nur ein dauernd wiederholtes Handeln, das Macht in ihrer Beständigkeit und Instabilität ist.' ((3) Seite 30/31)
9 ((1) Seite 37)
10 ((1) Seite 40)
11 ((1) Seite 27)
12 ((1)'Seite 45)
13 ((1) Seite 42/43)
14 ((1) Seite 44)
15 Foucaults ist mit dieser Analyse in Lage eine spezifische Machtpraxis des Faschismus der diesen und den ihm immaneneten Rassismus als Staatsrassismus gerade von anderen totalitären Systemen trennt zu fassen. Jean Amery ((8)) beschreibt als einen Teil der Spezifität der Folter im Faschismus die Folter ohne Ziel. Amery weist damit auf den Unterschied zwischen Faschismus und Totalitarismus hin. Begreifen wir mit Foucault den Faschismus als rassistisches System mit dem Ziel den Arier zu schaffen, zu schöpfen, in männlicher Allmacht zu gebären. So war die Ausrottung, die Folter ohne Ziel, (wie sie Amery als typisch faschistisch benennt) durchaus planvoll als Geburtsakt des Ariers, in dem er sich selbst erschuf. Amery kommt diesen Begrifflichkeiten sehr nahe im Vergleich mit de Sade, übersieht aber, zusammen mit dem Sexismus de Sades, das planvolle Moment der Selbstschöpfung, bei de Sade als Mann und als Aristokrat. Sexismus und der Gewalt gegen Frauen und Kinder durch Männer ist auch dieses Moment der Selbstschöpfung inhärent. Hier offenbart sich ein wesentliches Prinzip der Brutalität in der sich faschistische und sexistische Gewalt gleichen, das bei Amery nur anklingt. Ist es für Amery, der auch in einem totalitärem System gefoltert worden wäre, möglich sich gegenüber den Folterern abzugrenzen, als den politischen Gegnern, so gilt dies für rassisch und sexuell Verfolgte nicht - sie werden von ihrem Staat gefoltert und dabei als Individuen beliebig austauschbar. Als Individuen also doppelt negiert. Dem entspricht die Gewalterfahrung von Opfern sexueller Gewalt als austauschbare Objekte, an denen sich der phallische Mann aufrichten kann. Die faschistische Gewalt war im Sinne einer übergreifenden Anwendung von Prinzipien der Biomacht durchaus modern. Biomacht verstanden als die Macht Leben zu machen, die Macht, die die Verwaltung des Lebens ausmacht. Die faschistische Gewalt ist gerade nicht identisch mit der Macht zu töten, der Macht der mittelalterlichen Herrschaft.
16 Für moderne Kriege gilt dies nicht mehr. Wie in modernen Konzernen sind die gut ausgebildeten Beschäftigten ein Teil des Kapitals (z.B. SoldatInnen der USA oder der BRD), das möglichst erhalten und vermehrt werden soll. Gleichgültig hingenommen wird hingegen der Tod Nichtkonzernbeschäftigter (also im Kriegsfall unbeteiligter ZivilistInnen) als Kolateralschaden.
17 ((1) Seite 48)
18 Als Anarchist schließe ich mich der Analyse anarchistischer Kreise der 20er Jahre an, die in der Sowjetunion ein staatsmonopolkapitalistisches System sahen. Ich denke die Geschichte gibt uns recht, und zumindest der sowjetische Sozialrassismus stellt eine Unterstellung der Menschen unter die Bedürfnisse der (kapitalistischen) Produktion dar.
19 ((1) Seite 8)
20 Ausführlich analysiert wurden diese Diskurse vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung ((1)) ((13))
21 ((1) Seite 23)
22 ((1) Seite 5)
23 ((1) Seite 5)
24 ((1) Seite 10)
25 ((1) Seite 11)
26 ((13) Seite 16)
27 (de Benoist 1985 nach (1) Seite 23)
28 (Irenäus Eibl-Eibesfeld nach (13) Seite 16)
29 ((1) Seite 25/26)
30 Dieser Begriff wird hier verwendet um die Umbrüche und den Strukturwandel der Industriegesellschaft im Zusammenhang mit der technologischen Entwicklung und den politischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte zu fassen.
31 ((5) Seite 136)
32 ((5) Seite 136)
33 Die Internationalisierung des Arbeitsmarktes und der entsprechende Wettbewerbsdruck ist nicht nur eine Floskel konservativer PolitikerInnen. Der ERT (European Round Table of Industrials - Europäische Industrielobby) fordert in diesem Zusammenhang, 'Die Europäische Industrie braucht innerhalb Europas einen freien Wettbwerb, um mit der übrigen Welt erfolgreich konkurrieren zu können. Hierzu muß sie relativ flexibel sein und sich an veränderte Marktbedingungen rasch anpassen können (..) Der Beschäftigte sollte sich an das sich ändernde soziale Profil der Arbeitskräfte anpassen' (Europa im Umbruch, S. 24 zitiert nach ((6) Seite 21).
34 ((2))
35 Die Überlegung rührt aus einem Gespräch mit Brankica Becejac und Philipp Storz Mitte der 90er Jahre her.
36 Die feministische Wissenschaftlerin Gerburg Treusch-Dieter hat dies in diversen Texten genauer ausgeführt.
37 Ähnlich wie Weberinnen im 19ten Jahrhundert verpflichtet waren, die gesamten in Heimarbeit erstellten Stoffe an den Rohstofflieferanten zum Festpreis abzuliefern, wird heute die Rechtslage der Leihmütter in den USA gefaßt.
38 Wolfgang Hegener spricht in diesem Zusammenhang vom Mannequin als dem kleinen Phallus als dem Vorbild der entgeschlechtlichten Selbstkonstruktion; 'Der ganze Körper, vor allem aber der Frau, wird zum phallischen Bild, vom Phallus be- und durchsetzt. Das Modell, der ideale Körper hierfür ist das Mannequin. "Schon das Wort sagt es: Mannequin, kleiner Mann - Kind oder Penis - in diesem Fall ist es der eigene Körper, den die Frau mit einer raffinierten Manipulation, mit einer starken, nie versagenden narzistischen Disziplin handhabt. Dieser perverse Vorgang, der aus ihr und ihrem sakralisierten Körper einen lebenden Phallus macht, ist zweifelslos die wirkliche Kastration der Frau. Kastriert sein, bedeutet von phallischen Substituten verdeckt zu sein."' ((7) Seite 18 - das Zitat auf das sich Wolfgang Hegener hier bezieht stammt von J. Baudrillard, 1982) Babara Duden hat in einer Veranstaltung am Institut für Soziologie auf das Problem hingewiesen, daß im bestehenden Kontext mit der Dekonstruktion der Körper auch die Frau verschwindet.
39 Unter Dispositiv vertehe ich, eine Praxis der Zuweisung, Herausbildung und Reproduktion sexueller Identität, eine Praxis, die sich selbst in diesen Prozessen wiederum herausbildet und reproduziert.
40 ((7) Seite 38)
41 ((7) Seite 21)
42 Dieser Gedanke wird genauer in einem Artikel in der Zeitschrift Ästhetik & Kommunikation ausgeführt, 'Angesichts einer Welt, die den Individuen permanent die Überflüssigkeit ihres "subjektiv seins" spiegelt, haben Rückgewinnungsversuche von Identitäten und Rollen Konjunktur und sei`s im Spiel. Negativer Referenzpunkt ist der Körper. [...] Und während das Bewußtsein auf Reisen geht, befindet sich der Körper in Warteposition. Malträtiert und bearbeitet von den Sadomasos und zurückgelassen und vergessen von den Cybernauten garantiert nur noch die DNS des wet-ware Körpers Authentizität, während seine Software bereits der kybernetischen Programmierbnarkeit übergeben ist.' ((17) Seite 20 - 21)
43 Es geht um die Bedeutungszuweisung des Sperma, den Kult, der letztendlich ein Kult der Gene ist. Explizit wird diese auch sowohl in der Pornographie, der Samenerguß muß sichtbar sein, wie in der Betonung der Gefährlichkeit (Mächtigkeit) dieser Flüssigkeit in Zusammenhang mit AIDS.
44 Zeugung eines Kindes ohne männlichen Sexualpartner.
45 ((10) Seite 15)
46 Besonders hübsch die heimliche Ovulation, das Frauen 'hinterhältig' sind wußten wir ja schon immer.
47 ((10) Seite 19)
48 Auch kulturalistische Rassismen basieren letztendlich auf der Soziobiologie, schließlich geht es auch dort um eine Verkörperung des Gesellschaftlichen. Und allgemeiner muß ich in der Auseinandersetzung mit den Veränderungen der Bio-Politik sowieso die grundlegenden Bedeutungsverschiebungen in der Biologie/Genetik berücksichtigen.
49 Die nachfolgenden Thesen zu Bereich Körper, Rassismus und Sexismus beziehen sich auf einen Aufsatz von Theresa Wobbe ((20))
50 Es geht um die Relevanz, die dem heterosexuellen Geschlechtsakt im Zusammenhang zur Herausbildung eines Individuums zugewiesen wird, die eben gerade die genannten Ausgrenzungen transportiert. Der moderne Mythos des männlichen Gens knüpft hier letztendlich an den von Foucault beschriebenen Diskurs der Normierung der Sexualität, z.B. des Verbots der Selbsbefriedigung, zur Erzeugung gesunder Nachkommenschaft an, also an den Diskurs der richtigen Sexualität ((2)).
51 ((20) Seite 196)
52 Ein Begriff der an die im vorhergehenden Abschnitt dargestellte Ideologie der Neuen Rechten der 70er und 80er Jahre anknüpft und an Verhaltensforscher wie Irenäus Eibl-Eibesfeld.
53 Zwar bietet das Aufgreifen dieses Diskurses durch genetisch ausgegrenzte Gruppen, die Möglichkeit eben gerade über diese Ausgrenzung einen Identitätsdiskurs zu entwickeln, Die Problematik derartiger Identitätsdiskurse zeigen aber schwule und lesbische Identitätsdiskurse auf, die halt auch wieder eine richtige Sexualität postulieren und damit weitere Ausgrenzungen produzieren. Außerdem heben sie den Zwang sich über die eigene Sexualität definieren zu lassen nicht auf.
54 ((15) Seite 57 - 59)
55 ((15))
56 ((18))
57 Die Problematik ist in der feministischen Diskussion schon länger bekannt. In einem Artikel für die beiträge zur feministischen theorie und praxis schreibt Anna Dorothea Brockmann, 'Der Entwurf eines Bildes von selbstbestimmtem Leben als Frau wird durch die jüngste Entwicklung in der Reproduktionsmedizin, durch die technisierte Herrstellung von Schwangerschaften ebenso wie durch deren Überwachung mit Pränataler Diagnostik herausgefordert, in unerwartete Widersprüche verwickelt und ist in seinen individualisierenden Grenzziehungen fragwürdig geworden. ((12) Seite 105) (..) die Implikation des Selbstbestimmungskonzepts, das die Subjektwerdung auf Körperbeherrschung stützt, (bringt) Selbstbestimmung so in eine prekäre Gratwanderung zwischen befreienden und repressiven Momenten der Körper-Selbst-Kontrolle (..) ((12) Seite 109)
58 In dem Urteil des EG-Gerichtshofes vom 17.10.95 wurde der Klage eines Mannes gegen die Bremer Regelung der Quotierung von Stellen im öffentlichen Dienst zu Gunsten von Frauen bei gleicher Qualifikation stattgegeben. Begründet wurde dies damit, daß diese Regelung Männer diskriminieren würde. Der in der EWG Richtlinie 76/207 zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Frauen und Männern spezifisch zur Legitimation frauenfördernder Maßnahmen aufgenommene Artikel 2 Absatz 4, wonach 'die Richtlinie nicht den Maßnahmen zu Förderung der Chancengleichheit für Männer und Frauen, insbesondere durch Beseitigung der tatsächlich bestehenden Ungleichheiten, die die Chancen der Frauen ... beeinträchtigen, entgegen[steht]' wurde durch die Auslegung der Richter in seiner politischen Wirksamkeit massiv eingeschränkt. ((19))
59 Als ModernisierungsverliererInnen in diesem Sinn sind z.B. von Rationalisierungsmaßnahmen bedrohte Gruppen zu nennen aber auch und vielleicht noch zentraler die Teile der Mittelschichten, die zwar sozial abgesichert sind, aber zunehmend die kulturelle Hegemonie verlieren und in diesem Sinn sich selbst entwurzelt und bedroht sehen. In diesem Kontext würde ich z.B. die Erfolge der FPÖ, aber auch die Erfolge rechtradikaler Parteien in den skandinavischen Ländern und den Niederlanden, also in sozial abgesicherten Teilen der Mittelschicht, einordnen.
60 Zukünftig vorstellbar wäre aber ein genetisches Screening mit einer individualrassistischen Selektion aller an Einwanderung Interessierter. Begründet wird dies dann vermutlich nicht mehr rassistisch sondern mit dem gesundheitpolitischen Argument, daß nur "genetisch gesunde Menschen" einwandern sollen. - Vergleichbar dem AIDS-Test für EinwandererInnen in die USA. hätte aber auch ein derartiges Screening mit Sicherheit eine ethnorassistische Komponente (Z.B. durch ein statistisch höheres Auftreten der inkriminierter Gene in der afrikanischen Bevölkerung, aufgrund der Auswahl der betrachteten Gensequenzen.). -


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Zuletzt aktualisiert 30.05.10



Webmistress





















































Genetik und Rassismus

Das Genetik und Rassismus in einem direkten Zusammenhang stehen ist, ausgehend von der historischen Entwicklung dieser Wissenschaft, trivial klar. Der Rassebegriff des Rassismus ist ohne Vererbungslehre nicht denkbar und dieselbe Vererbungslehre ist Ausgangspunkt der Genetik. Die frühen Forscher, der Vorzeit der modernen Genetik, zu Beginn des 20ten Jahrhunderts waren denn auch selbstverständlich im Regelfall AnhängerInnen des Rassismus und haben Ihren Anteil an der Popularisierung dieser Ideologie, die nicht nur im nationalsozialistischen Deutschland zu Mord und Totschlag führte.
Für die Umbrüche der 60er Jahre im 20ten Jahrhundert war eine Vorraussetzung, daß die Theorien des Soziobiologismus, Rassismus aber auch Genetik, zu diesem Zeitpunkt weitestgehend irrelevant waren.
Die verschiedenen soziologischen und psychologischen Theorien bestimmten den Zeitgeist und machten Reformen möglich. Mit der Genetik wäre zu diesem Zeitpunkt keine der Reformen, sei es die juristische Gleichstellung von Mann und Frau oder der Kampf gegen Rassismus, möglich gewesen.
Die Versuche Rassismus durch moderne Genetik erneut zu legitimieren können bisher zum Glück als gescheitert betrachtet werden. Im Bereich sexistischer Stereotype sieht es wesentlich katastrophaler aus, hier setzen sich zunehmend wider soziobiologistische Stereotype fest. Führend verantwortlich ist dort zur Zeit aber die Neurologie als reaktionäre Diskurstechnik zu erstaunlich altbackener Ideologieproduktion.

Die Genetik hat sich dem gegenüber modernisiert und mit ihr den Rassismus einer Generalüberholung unterzogen. Genetik und Rassismus beziehen sich inzwischen immer stärker auf das Individuum und außerdem benutzen sowohl die Genetik als auch der moderne Rassismus die Risikoterminologie.
Im Sinne des modernen Rassismus haben schwarze Kinder eine höhere Risikolast, z.B. der Deliquenz.
Und im Sinne der Genetik haben Menschen Dispositionen, z.B. für Lernprobleme (Um dann vermutlich dumm zu bleiben und an Soziobiologie zu glauben oder GenetikerIn oder RassistIn zu werden).

Sowohl Rassismus als auch Genetik gehen aber weiter von der falschen Behauptung aus, komplexe Verhaltenweisen ließen sich auf Biologie zurückführen.

Das heißt sowohl Rassismus als auch Genetik behaupten Komplexes auf Einfaches zurückführen zu können, das ist vergleichbar jemanden der behauptet, um Goethe zu begreifen müßten nur die Buchstaben ausgezählt und vermessen werden. Inhalt und Bedeutung eines Textes sind zwar ohne materielle Basis nicht existent, ohne Buchstaben kein Text, aber als Überbauphänomene werden sie in keiner Weise vom Materiellen determiniert. Das selbe Gedicht Goethes kann ich in unterschiedliche Sprachen und Alphabete übersetzen, die Buchstaben oder Schriftszeichen können mit Tinte geschrieben, in Stein gemeißelt oder im Computer gespeichert sein, am Gedicht ändert dies nichts.
Und gleichzeitig kann die selbe Buchstabenfolge in unterschiedlichen Sprachen völlig unterschiedliches bedeuten, ja selbst in ein und derselben Sprache ist dies abhängig vom Kontext.

Aus nun fast zwei Jahrhunderten empirischer Forschung und einer noch komplexeren Theoriegenese in der Philosophie, Kulturwissenschaft, Ethnologie, Sprachwissenschaft und den Sozialwissenschaften kann als erwiesen angesehen werden, daß das menschliche Denken und komplexe Verhaltensweisen in ähnlicher Art und Weise auf ihre materielle Basis zu beziehen sind, wie ein Text auf seine Buchstaben.
Ich kann das Gehirn aufschneiden oder vermessen und ich werde keinen Gedanken finden.
Dem widerspricht nicht, daß biochemische Manipulationen möglich sind. Würde ich alle A in Goethes Texten durch U ersetzen würde ich auch irgendeinen Effekt erzielen.

Das komplexe Fähigkeiten auf komplexe psychosoziale Interaktionen zurückgehen und nicht reduzierbar sind, wollen aber weder Genetik noch Rassismus wissen, und mißachten konsequent alle empirischen Beweise, und alle Widerlegungen ihrer Theorien.

Im gewissen Sinn laufen moderne Genetik und moderner Rassismus in einer Art Individualrassismus zusammen.
Damit ist gemeint, daß die Genetik zu einer Art Rassismus gegen Individuen führt. Der / Dem Einzelnen wird auf Grund ihres / seines Genpools durch die Genetik ein spezifische Risikopotential zugeschrieben, jede / jeder ist ihre / seine eigene Rasse.
Dieser moderne Individualrassismus, diese Form der Genetik, betreibt damit zuerst einmal nicht die typische ausgrenzende Gruppenbildung des alten Rassismus, durch Genetik und Individualrassismus findet aber weiter, wie im Rassismus früher, eine Biologisierung gesellschaftlicher Verhältnisse statt.
Genetik und Individualrassismus verhindern also notwendige gesellschaftliche Reformen, da durch Genetik und Individualrassismus die Last allein auf das Individuum abgeschoben wird, daß sich entsprechend der durch Genetik und Individualrassismus festgestellten Disposition halt vorzusehen hat. Ein Scheitern kann dann immer mit Genetik und Individualrassismus begründet werden, die Gewalt - und Herrschaftsverhältnisse werden durch Biologisierung ausgeblendet.

Außerdem ist zu befürchten, daß langfristig auch dieser Individualrassismus und die Genetik in eine neue Form sozialer Ausgrenzung übergehen und zwar im Sinne des Sozialrassismus, wie in Michel Foucault faßt. Sozialrassismus ist bei Foucault die Ausgrenzung der gesellschaftlich Disfunktionalen und die Gewalt gegen sie.

Denke ich entsprechend moderne Genetik und Individualrassismus im Kontext von Hartz IV und Neoliberalismus weiter, so können Genetik und Individualrassismus sehr gut dazu genutzt werden, jedwede Zumutung zu rechtfertigen, sei es als Therapie der genetisch RisikoträgerInnen, oder, sei es als Strafe gegenüber den Verweigerinnen eines risikoadäquaten Verhaltens.

Auch mit moderner Genetik und Rassismus ist der Weg ins Zwangsarbeitslager kurz.

Das Fatale dieser soziobiologistischen Argumentation durch Genetik und Individualrassismus liegt darin, daß sie ihre Unfähigkeit, mit den ausgegrenzten 'RisikoträgerInnen' menschlich umzugehen und die Folgen des Scheiterns der betroffenen Menschen, als Bestätigung erleben, ist doch die Aussage von Genetik und Individualrassismus gerade die substantielle Unveränderbarkeit, die permanente Wachsamkeit fordert.
Während Theorien, die sich die Mühe eines sozialpsychologisch komplexen Verstehens machen, sobald sie nicht mit schnellen Handlungsrezepten 100% Erfolg haben, sofort unter Druck geraten, findet der genetische Rassist / die genetische Rassistin sich gerade durch das Scheitern bestätigt.


J. Djuren
Hannover 2008






Und noch ein paar Links, was im Netz zu finden ist zu den Themen Genetik & Rassismus;

- Unter - http://www.akdh.ch/ps/ps_82Ausnahmen-Rgel.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.shoa.de/content/view/368/96/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://projekte.free.de/koenig-kurt/rezensionen/rasse%20mensch.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://217.20.127.41/~tguv/baustein.dgb-bwt.de/C3/index.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.ekr-cfr.ch/ekr/themen/00105/index.html?lang=de - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.ida-nrw.de/Diskriminierung/html/frassakt.htm - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr55.htm - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - findet Ihr Texte, die ausgehend von einem antirassistischem Standpunkt, mit der modernen Genetik den Rassismus zu widerlegen hoffen. Natürlich ist Rassismus Schwachsinn und viele Argumente in diesen Texten sind richtig, aber leider ist die moderne Genetik nicht antirassistisch, die moderne Genetik führt eher zu einer Modernisierung des Rassismus im Sinne eines Individualrassismus (oder Sozialrassismus in der Terminologie von Michel Foucault) und zum Teil werden soger alte Rassentheorien wieder aufgewärmt. Trotzdem findet Ihr hier abgesehen von diesem Punkt interessante antirassistische Texte.

- Unter - http://africavenir.com/news/2006/11/879/tagung-rassismus-in-lebenswissenschaften - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.heise.de/tr/artikel/39727 - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://user.surf-club.de/rolf.rosch/Vortrag/anl10-dna.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - findet Ihr Infos zu rassistischen Stellungnahmen in der Genetik bzw. zu Einfallstoren, die die Genetik rassistischer Ideologie öffnet.

- Unter - http://www.uni-heidelberg.de/presse/news/2110markl.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.google.de/search?q=genetik+rassismus&hl=de&start=10&sa=N - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.janus-online.de/artikel/janus-bviewer.cfm?do=30&site=1&id=5&bid=231 - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/-/id=2272100/property=download/
nid=660374/vyv9ib/swr2-wissen-20070812.rtf - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus
- findet Ihr Texte von Mainstrean-Wissenschaftlern, die versuchen die Genetik vom Ruch des Rassismus zu befreien. Zum Teil führt dies zur Verharmlosung von Rassismus in seiner aktuellen Ausformung.

- Unter - http://www.halluzinogene.org/anderes.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.copyriot.com/diskus/4_98/3.htm - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.jungdemokraten.de/aktuell/aktion/spektakl/spektak4.htm - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.thomaslemkeweb.de/publikationen/Die%20politische%20%
D6konomie%20des%20Lebens%20II.pdf - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus
- findet Ihr differenzierte Kritiken der Genetik und des Rassismus im Zusammenhang.

- Unter - http://de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorien - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - findet Ihr den doch recht problematischen Wiki zum Thema Rassentheorien ohne ausreichende Darstellung von Rassimus und Genetik in ihrer Bedeutung für den Rassismus.

- Unter - http://www.molgen.mpg.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.wzw.tu-muenchen.de/genetik/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.genetik.uni-bielefeld.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.mpi-cbg.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.uni-saarland.de/fak8/genetik/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.genetik.uni-koeln.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.biologie.tu-dresden.de/genetik/gen-home.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.charite.de/ch/medgen/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.gfg.bttec.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://genetik.fu-berlin.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.tu-braunschweig.de/ifg - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.uni-kassel.de/fb19/genetics/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.genetik.uni-bonn.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.uni-goettingen.de/de/sh/11845.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.uni-mainz.de/FB/Biologie/Genetik/Genet.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.bvdh.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.mpg.de/instituteProjekteEinrichtungen/institutsauswahl/
mole_zellbiologie_genetik/index.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus
- und - http://www.genetik.uni-bayreuth.de/LSGenetik1/Frames.htm - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.bio.uni-potsdam.de/professuren/genetik - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www2.biologie.uni-halle.de/genet/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.uni-marburg.de/fb17/fachgebiete/genetik - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.uni-stuttgart.de/iig/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.biologie.uni-rostock.de/genetik/genetik.htm - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.genetik.uni-duesseldorf.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.genetik.uni-duesseldorf.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - findet Ihr diverse Institutionen aus dem Bereich der genetischen Forschung.

- Unter - http://www.zum.de/Faecher/Bio/NW/GENAUFG1.HTM - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - findet Ihr ein paar hübsche Aufgaben aus der Genetik zum selbermachen.

- Unter - http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d08/08.htm - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.drd.de/helmich/bio/gen/index.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/
Doc~E89F1D93E411247F68C644CA5F4EAD910~ATpl~Ecommon~Scontent.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus
- und - http://de.wikipedia.org/wiki/Genetik - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.unki.de/schulcd/bio/genetik.htm - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.biokurs.de/skripten/13/bs13.htm - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.mallig.eduvinet.de/bio/Repetito/Genetik.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.schoolwork.de/genetik/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.zum.de/Faecher/Materialien/beck/13/bs13kg.htm?bs13-12.htm - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Genetik - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.thieme.de/ebooklibrary/inhalte/3137595029/index.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - findet ihr unkritische Texte zur Genetik.

- Unter - http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.dir-info.de/literatur/begreifen/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.dir-info.de/dokumente/def_rass_memmi.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - findet Ihr Definitionen des Begriffes Rassismus.

- Unter - http://www.schule-ohne-rassismus.org/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.mediathek-gegen-rassismus.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.sos-rassismus-nrw.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.aric.de/aric/aktuelles/index.htm - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.aktioncourage.org/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.koelnerappell.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.interkultureller-rat.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.aric-nrw.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.gegen-krieg-und-rassismus.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.antirassismus-telefon.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.aktiv-gegen-rassismus.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.tag-der-mahnung.de/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.junge-linke.de/rassismus/index.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - findet Ihr Institutionen, Gruppen und Initiativen, die gegen Rassismus arbeiten.

- Unter - http://hometown.aol.de/_ht_a/morestern/homepage.html - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Rassismus/ - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr52s.htm - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - und - http://de.indymedia.org/2007/08/189968.shtml - Externer Link zu den Stichworten Genetik & Rassismus - findet Ihr Texte und Aktionsinfos zur Kritik des Rassismus.







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