Was ist feministische Naturwissenschaftsforschung ?
Das Gehirn als Emanzipationsbremse ?, Ulla Mitzdorf, GID 105
August 1995
Sex on the brain, Joyce F. Benenson, Nature 10.07.2003,
Buchbesprechung von The Truth about the Male and Female Brain von
Simon Baron-Cohen
The most important sexual organ, Carina Dennis, Nature
29.01.2004
Text: Was ist feministische Naturwissenschaftsforschung ?
Der Text befasst sich mit den grundsätzlichen Ansatzpunkten
der feministischen Naturwissenschaftskritik. Er zeigt die
verschiedenen Phasen der Forschung auf, wo jeweils Kritik
angebracht wäre (Auswahl des Forschungsobjekt, Auswahl der
Messmethoden,Verarbeitung der gemessenen Daten, Interpretation der Ergebnisse).
Unsere Diskussion fand vor allem über die am Anfang des Textes
erwähnte Studie statt.
Es geht dabei um ein Experiment bei dem bei zwei Gruppen bestehend
aus jeweils 19 Frauen und 19 Männern kerspintomographische
Aufnahmen vom Gehirn während der Beschäftigung mit Sprachaufgaben
gemacht wurde. Dabei kam die Studie zu dem Ergebniss, dass bei der
Gruppe der Frauen andere Gehirnregionen im Schnitt aktiviert
wurden, als wie bei der Männergruppe.
Die im Text erwähnte Studie mit 19 Frauen und Männern ist
die Studie schlechthin, laut Kat, die überall
zitiert wird.
Es gibt daneben noch eine anderere Studie mit 100 Menschen, einmal mit
jeweils 50 Frauen und 50 Männern (Experiment I) und das andere mal mit
jeweils zwei gemixten Gruppen (Experiment II).
Die beiden Experimente führten jeweils zu widersprüchlichen
Ergebnissen. Diese Unterschiede wurden auch in renommierten
Wissenschaftlichen Zeitungen veröffentlicht, aber nicht in der
populärwissenschaftlichen Presse.
Probleme der Studie:
Das grundsätzliche Problem an der Studie liegt daran, dass
Gehirne unterschiedlich gross sind und so auch die einzelnen
Regionen des Gehirns nicht eindeutig bestimmt werden können.
Ein weiteres Problem ist die Art und Weise, wie die Daten
zusammengestellt werden.
Es kam dann die Frage auf, wie es besser gemacht werden
könnte, ob eine andere Wissenschaft möglich ist.
Zuerst wurde eingebracht, dass mensch sich die Problematik bewusst
machen muss.
Es kamen dann die zwei Thesen auf, wie mensch denken müsste :
Es gibt eine nichteindeutige Wirklichkeit.
Es gibt viele Wirklichkeiten.
Wir kamen dann zu dem Schluss, dass die vielen Wirklichkeiten zu
einer nichteindeutigen Wirklichkeit zusammengefasst werden
könnten.
Die Diskussion wurde mit diesem Fazit beendet (genauere
Ansätze zu einer alternativen Wissenschaft siehe Protokoll
vom Samstag).
Text: Das Gehirn als Emanzipationsbremse ?
Der Text befasst sich mit den Experimenten in denen durch
tomographische Mesungen des Gehirns angeblich rausgefunden wurde,
dass bei Frauen und Männern unterschiedliche Hirnregionen
bei gleicher Tätigkeit aktiv sind.
Kritisiert wurde, dass der Text erst beim letzten
Punkt, der Interpretation der Ergebnisse mit seiner Kritik ansetzt.
Wie wir im vorherigen Text gesehen hatten, können
schon vorher falsche Schlussfolgerungen gezogen werden.
Ein weiterer Kritikansatz an dem Text war er sich nur auf zwei, drei
"Standardfehlschlüsse" der Hirnforschung bezüglich Gender
bezieht.
Es gibt aber auch noch differenziertere Theorien und Experimente,
bei denen es wichtiger wäre sie zu zu kritisieren, da die
Kritikansatzpunkte nicht so offentsichtlich sind.
Wir haben uns dann während der weiteren Diskussion vom Text
entfernt. Unter anderem haben wir uns überlegt, wo das Denken
stattfindet. Ob es erwiesen wäre, dass das Denken wirklich im
Gehirn stattfinden. Ein Argument dafür sind die Auswirkungen von
Gehirnverletzungen.
Dann haben wir einen kurzen Exkurs in die Genetik gemacht, da in dem
Text eine kurze Einführung in den Stand des Wissens von
der Enstehung von Geschlecht gegeben wurde.
(Was ist die DNA ? DNA = Molekühl, Was ist ein Chromoson ?
ganz lange DNAs, sie befinden sich
in der weiblichen Eizelle und in der männlichen Samenzelle,
einige sind so gefaltet wie ein X oder Y )
Text: Sex on the brain
Wir hatten das Buch, welches in dem Artikel besprochen wird,
während der Zugfahrt durchblättert. Das Buch stellt die
die Theorie auf, dass die Fähigkeit zu
Emphatie durch die weiblichen Hormone verursacht würde und Männer
daher naturgegeben weniger Einfühlungsvermögen als Frauen
hätten.
Die Besprechung kritisiert die Ansätze nicht, sondern wird
noch primitiver (weil Männer früher Jäger waren trifft das zu ... ).
Daher haben wir uns damit nicht weiter befasst.
Text: The most important sexual organ
Der Text schien uns ein weiterer Beitrag zum Streit zwischen
Neurologen und Hormologen zu sein (Welche Wissenschaft ist
wichtiger ? ).
In dem Text geht es um Intersexualität. Die Autorin beschreibt
die Probleme von Intersexuellen und die Forschungsansätze in
diesem Bereich.
Sie beschreibt ein paar "Frankensteinexperimente" wo z.B. bei
die Gehirne von weiblichen Vogelföten in männliche
Vogelföten verpflanzt wurden und umgekehrt.
Die Experimente zeigten, dass geschlechtstypisches Verhalten nicht
alein durch die Hormone verursacht wird.
Der Text zieht daraus den Schluss, dass es ein weibliches und ein
männliches Gehirn unabhännig von den Hormonen gäbe.
Daher könnten intersexuelle Kinder das falsche Geschlecht
zugeordnet werden. Und sie sich dann im falschen Körper
fühlen, ebenso wie Transsexuelle.
Uns schien es so, als
würden die Probleme von Intersexuellen als Rechtfertigung
für die Forschung in diesem Bereich benutzt. Ausserdem
erschien uns der Forschungansatz wie ein Versuch die eindeutige
Ordnung von zwei Geschlechtern wieder herzustellen.
Es kam dann noch die Frage auf, ob es sinnvol wäre
ein intersexuelles Baby sofort nach der Geburt zu operieren.
Dafür spricht die Diskriminierung des Kindes als Zwitter der
Umgebung.
Dagegen spricht das Selbstbestimmungsrecht des Menschens und die
traumatische Operationserfahrung im Kleinkindalter.
Es ist auf jedenfall eine schwierige Entscheidung für die Eltern.
Protokoll Frühjahr 04 des AK ANNA Alternative Naturwissenschaften Naturwissenschaftliche Alternativen zu: Was iast feministische Naturwissenschaftsforschung